STIMME Nr. 63/Sommer 2007 PDF Print E-mail

Nach Multikulturalität – Interkulturalität?  

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Seit anderthalb Jahrzehnten wird der Begriff „Interkulturalität“ immer häufiger gebraucht, um den (hierzulande bereits als gescheitert geltenden) Multikulturalismus als alternatives Nachfolgekonzept zu ersetzen. Das Adjektiv „interkulturell“ schmückt zunehmend die Namen von wissenschaftlichen Disziplinen, „interkultureller Dialog“ und „interkulturelles Management“ gelten bereits als gesicherte Interventionsmethoden, und das Stichwort „Interkulturalität“ kommt in nahezu jedem Projektkonzept und jeder Veranstaltungsankündigung als positive Zielsetzung vor – von dem medialen Gebrauch dieser Wortgruppe ganz zu schweigen.
Interkulturelle Ansätze laufen durch solch inflationären Gebrauch Gefahr, früher oder später der Diffamierung oder Lächerlichkeit preisgegeben zu werden wie einst das Konzept des Multikulturalismus (so etwa durch den verächtlichen Kosenamen „Multikulti“). Der Beantwortung folgender Fragen kommt in diesem Zusammenhang eine wichtige Bedeutung zu:
Was wird alles unter „Interkulturalität“ verstanden? Für welches Ziel und zu welchem Zweck soll oder kann Interkulturalität erstrebt werden? Was ist ein „interkultureller Dialog“, und wer führt ihn mit wem? Was meinen wir mit „Kulturen“: Regionen, Nationen, Himmelsrichtungen oder Religionen? Oder etwas anderes?
Gab es in Österreich jemals eine Politik der Multikulturalität, gibt es nun eine interkulturelle Politik? Wo liegen die Unterschiede zwischen multikulturellen und interkulturellen Politiken bzw. Konzepten? Was sind die Eckpfeiler der praktischen Interkulturalität?
Was bedeutet Interkulturalität aus der Sicht einzelner Minderheiten? Handelt es sich um einen Platzhalter-Begriff für alles „Gute, Schöne und Wahre“? Oder können interkulturelle Konzepte nützliche und notwendige Ansätze für minoritäre Politiken darstellen?
Den wichtigsten dieser Fragen gehen die AutorInnen der Thema-Beiträge im vorliegenden Heft nach.

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