{"id":1544,"date":"2019-04-09T10:58:05","date_gmt":"2019-04-09T08:58:05","guid":{"rendered":"https:\/\/neu.minderheiten.at\/wordpress\/?p=1544"},"modified":"2022-07-07T12:21:32","modified_gmt":"2022-07-07T10:21:32","slug":"opre-roma-thaj-romnja-reflexionen-aus-der-oesterreichischen-roma-bewegung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/2019\/04\/opre-roma-thaj-romnja-reflexionen-aus-der-oesterreichischen-roma-bewegung\/","title":{"rendered":"Mirjam Karoly: \u201eOpre Roma thaj Romnja\u201c \u2013 Reflexionen aus der \u00f6sterreichischen Roma-Bewegung[1]\ufeff"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><br><\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3><strong>Was wir fordern!<\/strong><strong><a name=\"_ftnref1\" href=\"#_ftn1\"><\/a><\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>1971 kamen in London RomavertreterInnen aus 14 L\u00e4ndern Europas zum ersten Internationalen Roma-Kongress zusammen. Sie legten das Lied \u201eGelem, Gelem\u201c als gemeinsame Roma-Hymne fest und einigten sich auf eine Roma-Flagge, um gemeinsam f\u00fcr die Interessen und Rechte der Roma in Europa einzutreten. Einige Jahre sp\u00e4ter, 1978, ging aus dieser Initiative die <em>International Romani Union<\/em> hervor und der 8. April wurde zum Internationalen Roma-Tag erhoben.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>Dieses Zusammentreffen schrieb damals nicht gro\u00df Geschichte, aber es markierte die Anf\u00e4nge der internationalen politischen Selbstorganisation. In der Folge kam es zu einer Reihe von Initiativen und Vernetzungen von Roma auf lokaler, nationaler und europ\u00e4ischer Ebene, die in den folgenden Jahrzehnten erfolgreich eine \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr die Interessen der bis zu zw\u00f6lf Millionen Angeh\u00f6rige z\u00e4hlenden \u2013 und damit gr\u00f6\u00dften Minderheit in Europa \u2013 erreichen konnten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"694\" src=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/02_Roma-1024x694.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5110\" srcset=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/02_Roma-1024x694.jpg 1024w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/02_Roma-300x203.jpg 300w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/02_Roma-768x520.jpg 768w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/02_Roma-520x352.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>2012 initiierte der Musiker Harri Stojka die Aktion \u00bbIch bin gegen das Wort Zigeuner!\u00ab, die sich gegen die Verwendung dieses beleidigenden und herabw\u00fcrdigenden Begriffs gewendet hat. Unterst\u00fctzt wurde die Aktion von zahlreichen Prominenten. Das Foto zeigt den Gr\u00fcndungstag dieser Kampagne mit der ersten Fotosession im Cafe Korb am 21. M\u00e4rz 2012, dem \u201eInternationalen Tag gegen Rassismus\u201c. Foto: Reinhard Loidl. \u00a9 Valerie und Harri Stojka <br><br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein Resultat der Arbeit vieler Roma-Frauen und -M\u00e4nner und Unterst\u00fctzerInnen ist unter anderem die Annahme des \u201eEU-Rahmens f\u00fcr nationale Strategien zur Integration der Roma\u201c bis 2020 (EU-Rahmen f\u00fcr nationale Roma-Strategien) durch die EU-Mitgliedsstaaten im Jahr 2011, wie auch eine Reihe von anderen internationalen und europ\u00e4ischen Initiativen, die die Bek\u00e4mpfung von Diskriminierung und die Chancengleichheit f\u00fcr Roma zum Ziel haben. Indien gilt zwar als Herkunfts- und somit urspr\u00fcngliches Heimatland der Roma, aber es agiert nicht als Schutzmacht f\u00fcr die Rechte der Roma auf internationaler oder bilateraler Ebene. Umso wichtiger ist die Verantwortung der einzelnen Nationalstaaten, in denen Roma seit Jahrhunderten beheimatet sind, und der Internationalen Gemeinschaft, die die Einhaltung der Menschenrechte einschlie\u00dflich der Minderheitenrechte beobachtet und \u00fcberpr\u00fcft.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/01_AslanKudrnofsky-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5131\" srcset=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/01_AslanKudrnofsky-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/01_AslanKudrnofsky-300x200.jpg 300w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/01_AslanKudrnofsky-768x512.jpg 768w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/01_AslanKudrnofsky-520x347.jpg 520w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/01_AslanKudrnofsky.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Mahnwache im Gedenken der Opfer von Polizeigewalt am 27. Juni 2021, Platz der Menschenrechte in Wien: Nach dem gewaltsamen Tod des tschechischen Rom Stanislav Tom\u00e1\u0161 rief die H\u00f6chschu\u0308ler*innenschaft \u00d6sterreichischer Roma und Romnja (H\u00d6R) gemeinsam mit einem breiten Bu\u0308ndnis von Organisationen und Aktivist*innen zu einer Mahnwache auf. Ein Polizist hatte sechs Minuten lang mit dem Knie auf Tom\u00e1\u0161\u2019 Genick gedru\u0308ckt. Foto: Aslan Kudrnofsky <br><br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Roma in Europa sind eine heterogene Ethnie, die sich aus einer Vielzahl verschiedener Roma-Gruppen zusammensetzt und unterschiedliche Selbstbezeichnungen verwendet (u.a. Arlija, Gurbet, Kaale, Kaldera\u0161, Lovara, Manu\u0161, Sepe\u010dides, Sinti etc.)<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>, wobei sich viele auch als Roma bezeichnen. Sprache und Kultur der Roma-Gruppen sind weiters auch durch kultur-und l\u00e4nderspezifische Charakteristika bzw. regionale Eigenheiten gepr\u00e4gt. Gemeinsam blicken Roma europaweit auf eine jahrhundertelange Erfahrung von Ausgrenzung und staatlich legitimierter Verfolgung zur\u00fcck, die in der Zeit des Nationalsozialismus im V\u00f6lkermord gipfelte. Trotzdem konnten sie sich bis heute behaupten und haben ihre bis in die j\u00fcngste Vergangenheit nur m\u00fcndlich \u00fcberlieferte Sprache und Kultur bewahrt. Zudem haben Pers\u00f6nlichkeiten zum kulturellen und gesellschaftlichen Erbe Europas beigetragen und sind gemeinsam gegen anhaltende Diskriminierung und f\u00fcr die Durchsetzung ihrer B\u00fcrgerInnenrechte eingetreten. Dabei verliefen die lokalen und nationalen Initiativen in den einzelnen L\u00e4ndern scheinbar unabh\u00e4ngig voneinander, aber diese stehen insgesamt doch f\u00fcr eine Zeit des Aufbruchs und scheinen auch von allgemeineren geopolitischen Entwicklungen und \u00fcberregionalen Prozessen beeinflusst worden zu sein.<\/p>\n\n\n\n<h4><strong>Anf\u00e4nge in \u00d6sterreich <\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Als in \u00d6sterreich 1976 das Volksgruppengesetz beschlossen wurde, sprach sich die juristische ExpertInnenmeinung gegen die Anerkennung der Roma als \u00f6sterreichische Minderheit aus, da sie, so die Annahme, als \u201eNomaden\u201c \u00fcber kein angestammtes Heimatgebiet in \u00d6sterreich verf\u00fcgen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Diese Einsch\u00e4tzung und damit die Verwehrung des Status einer \u00f6sterreichischen Volksgruppe als anerkannte Minderheit mit eigener Sprache und Kultur ging Hand in Hand mit einer lang anhaltenden Ausgrenzungspolitik gegen\u00fcber Roma in \u00d6sterreich. Ihren radikalsten Ausdruck fand diese im nationalsozialistischen V\u00f6lkermord an den Roma. Danach war die Politik der 2. Republik gekennzeichnet von mangelndem Unrechtsbewusstsein gegen\u00fcber den Roma-Opfern des Holocaust, von der Rehabilitation der T\u00e4terInnen sowie durch eine Kontinuit\u00e4t von Diskriminierung und Rassismus.<\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland kam es erstmals 1982 zu einer offiziellen Anerkennung des nationalsozialistischen V\u00f6lkermordes an den Roma durch Bundeskanzler Helmut Schmidt. Ma\u00dfgeblich beteiligt an dieser noch jungen B\u00fcrgerInnenrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma waren die Br\u00fcder Vinzenz und Oskar Rose, beide \u00dcberlebende der NS-Verfolgung. 1982 m\u00fcndete die Bewegung in der Gr\u00fcndung des <em>Zentralrates Deutscher Sinti und Roma<\/em>. Einen wichtigen Beitrag f\u00fcr die Diskussion zur Aufarbeitung von NS-V\u00f6lkermord und Verfolgung lieferte auch die Sintizza Melanie Spitta, die sich als B\u00fcrgerrechtlerin und Filmemacherin in ihren Dokumentarfilmen mit dem Schicksal deutscher Sinti und Roma und verwehrter Wiedergutmachung auseinandersetzte.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In \u00d6sterreich, wo nur 10 Prozent der 1938 insgesamt 11.000 Personen z\u00e4hlenden Roma (vorwiegend Burgenland-Roma, aber auch eine kleinere Gruppe von Sinti und Lovara) \u00fcberlebt hatten, stellte man Ende der 1980er Jahre \u00e4hnliche Forderungen. Wichtige Impulse kamen dabei von der nun einsetzenden historischen Aufarbeitung des NS-V\u00f6lkermordes an den \u00f6sterreichischen Roma. Pionierarbeit dazu lieferte die Historikerin Erika Thurner mit ihrer Forschung zur NS-Verfolgung der Roma in \u00d6sterreich Anfang der 1980er Jahre.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Aber auch WissenschafterInnen anderer Disziplinen begannen, die Geschichte und Kultur, einschlie\u00dflich der reichen Musikkultur und Sprache der Roma, wissenschaftlich aufzuarbeiten.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Im Zuge dieser Entwicklung gingen nun erstmals auch Roma in \u00d6sterreich mit ihren Lebensgeschichten an die \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/01-674x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1880\" width=\"337\" height=\"512\" srcset=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/01-674x1024.jpg 674w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/01-198x300.jpg 198w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/01-768x1166.jpg 768w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/01-520x790.jpg 520w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/01.jpg 1578w\" sizes=\"(max-width: 337px) 100vw, 337px\" \/><figcaption>Ceija Stojka (Foto: Renata Erich)<br>\u00a9 Romano Centro<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p style=\"text-align:left\">Vor allem die Ver\u00f6ffentlichung des Buches \u201eWir leben im Verborgenen\u201c, in dem die Lovarkina und Auschwitz-\u00dcberlebende Ceija Stojka mit ihrer Geschichte vielen Roma eine Stimme gab, erreichte eine breite \u00d6ffentlichkeit. Weitere literarische Zeugnisse von Roma sollten bald folgen.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:left\">\u00c4hnlich wie in Deutschland formierten sich die Forderungen um die Anerkennung und geschichtliche Aufarbeitung des NS-V\u00f6lkermordes, um Gleichstellung mit anderen Holocaust-Opfern und um die Beendigung anhaltender Diskriminierung, die f\u00fcr viele Roma vor allem in der Schule und am Arbeitsplatz, aber auch in anderen Bereichen nach wie vor gro\u00dfe Benachteiligung brachte. Im engen Austausch und unter Beteiligung von unterschiedlichen Roma-Gruppen \u2013 Frauen und M\u00e4nner, VertreterInnen der j\u00fcngeren Generation (u.a. Susanne Baranayi und Emmerich G\u00e4rnter-Horvath in Oberwart) und engagierte WissenschaftlerInnen und MenschenrechtsaktivistInnen im Burgenland, in Wien und in anderen, kleineren St\u00e4dten \u2013 kam es schlie\u00dflich Ende der 1980er Jahre zur ersten Selbstorganisation, um gemeinsame Ziele zu verfolgen und gegen Ungleichbehandlung aufzutreten. Im Jahr 1989 wurde schlie\u00dflich im burgenl\u00e4ndischen Oberwart der erste Romaverein gegr\u00fcndet, der <em>Verein Roma Oberwart<\/em>. Dass sich die Anf\u00e4nge der \u00f6sterreichischen Roma-Bewegung in der burgenl\u00e4ndischen Gemeinde Oberwart formierten, ist kein Zufall. War es doch der einzige Ort, in dem es in der Nachkriegszeit wieder zu einer gr\u00f6\u00dferen Ansiedlung von Roma gekommen war und Mechanismen der Stigmatisierung und Ausgrenzung von Roma sichtbarer waren als in urbanen Gebieten. Bezeichnend daf\u00fcr war auch die Wohnsituation. So war die sogenannte \u201eRoma-Siedlung\u201c in Oberwart r\u00e4umlich segregiert von der Oberwarter Ortschaft, aber auch die Schulkarrieren vieler Roma-Kinder bis Mitte der 1980er Jahre beschr\u00e4nkten sich vorwiegend auf Sonderschul- bzw. maximal Hauptschulabschl\u00fcsse. Viele Roma waren darauf angewiesen, als HilfsarbeiterInnen zu arbeiten, und beispielsweise am Arbeitsamt oder in Lokalen (\u201eLokalverbot\u201c) von Alltagsrassismus betroffen.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die Initiative der Gr\u00fcndung einer Interessensvertretung war auch eng mit dem \u201eGedenkjahr 1988\u201c verkn\u00fcpft, in dem Bundeskanzler Franz Vranitzky den NS-V\u00f6lkermord an den Roma ideell anerkannte. Die Entwicklungen dieser Jahre signalisierten die zunehmende Bewusstseinsbildung und Emanzipation der Roma in \u00d6sterreich. So folgten auch alsbald weitere Organisationsgr\u00fcndungen: 1991 wurde in Wien unter der F\u00fchrung von Rudolf Sark\u00f6zi der <em>Kulturverein \u00f6sterreichischer Roma<\/em> gegr\u00fcndet. Im selben Jahr formierte sich auch der <em>Verein Romano Centro<\/em>, der die unterschiedlichen in \u00d6sterreich vertretenen Roma-Gruppen repr\u00e4sentiert (u.a. Lovara, Burgenland-Roma, Sinti, Kaldera\u0161, Gurbet, Arlije).<\/p>\n\n\n\n<h4><strong>Roma im Blickwinkel der internationalen Menschenrechtsagenda<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Abgesehen von den inner\u00f6sterreichischen Prozessen kam es in dieser Zeit auch international zu einer gr\u00f6\u00dferen Aufmerksamkeit f\u00fcr die Situation der Roma. Im Zuge der Aufl\u00f6sung des kommunistischen Staatenverbandes und der einsetzenden politischen Wende Anfang der 1990er Jahre wurden Roma als S\u00fcndenb\u00f6cke stigmatisiert, an denen sich die Frustration der Bev\u00f6lkerung \u00fcber die mit der Transformation einhergehende wirtschaftliche Verschlechterung entlud. Berichte \u00fcber pogromartige \u00dcbergriffe auf Roma in Rum\u00e4nien oder Hasskriminalit\u00e4t und rassistische Gewalt gegen Roma in Bulgarien, der Tschechischen Republik, der Slowakei oder Ungarn h\u00e4uften sich wie auch Berichte \u00fcber Hassreden und Anti-Roma-Rhetorik von PolitikerInnen und Medien. Auch in Westeuropa kam es insbesondere gegen Roma-MigrantInnen aus Zentral- und Osteuropa zu einem Anstieg stigmatisierender Berichterstattungen und diskriminierender Hetze. Die negative \u00f6ffentliche Meinung bediente sich alter Vorteile \u00fcber die als solche bezeichneten \u201eunsteten, wandernden, arbeitsscheuen, kriminellen und asozialen Zigeuner\u201c. Diese Ereignisse r\u00fcttelten aber auch die Internationale Gemeinschaft wach. Zu offensichtlich waren die desastr\u00f6sen Lebenswirklichkeiten vieler Roma, die strukturellen Diskriminierungen und Rassismen, die Verletzung fundamentaler Freiheiten und Menschenrechte und das Versagen vieler Staaten, die Rechte ihrer Roma-B\u00fcrgerInnen zu sch\u00fctzen und zu garantieren. Auch auf der Ebene des Minderheitenschutzes zeigte sich, dass Roma in vielen L\u00e4ndern im Vergleich zu anderen Sprach- oder ethnischen Minderheitengruppen schlechter gestellt oder nicht ber\u00fccksichtigt waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor diesem Hintergrund waren es vor allem internationale Organisationen und europ\u00e4ische Institutionen mit dem Mandat zur Wahrung der Menschenrechte oder Umsetzung der Minderheitenrechte, die mit ihrer Arbeit auf die Problemlage hinwiesen und konkrete Empfehlungen f\u00fcr deren Verbesserung auf lokaler und nationaler Ebene lieferten. Aber auch der zunehmende Dialog zwischen StaatenvertreterInnen und der Roma-Zivilgesellschaft in internationalen Foren erm\u00f6glichten es, die Stimmen der Roma-Frauen und -M\u00e4nner und deren Anliegen zu h\u00f6ren. Immer st\u00e4rker zeigte sich an diesem Diskurs aber auch, dass es \u00fcber den allgemeinen Minderheitenschutz hinaus auch eines generellen affirmativen Ansatzes bedarf, um gleiche Rechte und Chancen f\u00fcr Roma-B\u00fcrgerInnen zu erm\u00f6glichen und strukturelle Diskriminierung und Rassismus abzubauen. \u00d6sterreich, das \u00fcber andere historische und geopolitische Voraussetzungen verf\u00fcgte, hob sich zwar in vielerlei Hinsicht von diesen Beispielen in anderen L\u00e4ndern ab. Unter anderem auch deshalb, weil die Roma-Community im europ\u00e4ischen Vergleich zahlenm\u00e4\u00dfig relativ klein ist, k\u00e4mpften Roma hier aber mit anderen Herausforderungen. Dennoch gab es durchaus Parallelen hinsichtlich Alltagsrassismus, struktureller Diskriminierung im Bildungsbereich oder auch in der Verwehrung des Minderheitenschutzes.<\/p>\n\n\n\n<p>Im M\u00e4rz 1992 brachten VertreterInnen des <em>Kulturvereins \u00f6sterreichischer Roma<\/em> und des <em>Vereins Roma Oberwart<\/em> gemeinsam bei der Bundesregierung und beim Parlamentspr\u00e4sidium die Petition zur Anerkennung der Roma als \u00f6sterreichische Volksgruppe ein. Dabei war Rudolf Sark\u00f6zi, Angeh\u00f6riger der Burgenland-Roma, die zentrale Figur und treibende Kraft hinter dieser politischen Forderung. Aufgrund seines langj\u00e4hrigen Engagements innerhalb der SP\u00d6 verf\u00fcgte er auch \u00fcber die notwendige politische Erfahrung und \u00fcber Kenntnisse, diese Forderung voranzutreiben. Im Jahr darauf, am 16. Dezember 1993, erfolgte schlie\u00dflich mit einstimmigem Beschluss des Hauptausschusses des Nationalrates die Anerkennung der \u00f6sterreichischen Roma als \u201eVolksgruppe der Roma\u201c (dabei gilt Roma als Oberbegriff f\u00fcr die verschiedenen in \u00d6sterreich lebenden autochthonen Untergruppen: Burgenland-Roma, Sinti, Lovara). Zwei Jahre sp\u00e4ter wurde dann der Volksgruppenbeirat der Roma mit acht Beir\u00e4tInnen eingerichtet und somit waren die Roma anderen in \u00d6sterreich anerkannten Minderheiten gleichgestellt. Der Roma-Beirat wies ein relativ ausgewogenes Geschlechterverh\u00e4ltnis auf, vor allem was die von den Roma-Vereinen nominierten VertreterInnen betraf. Gleichzeitig war er jedoch in seiner Komposition, Beschickung durch die Vereine und in seinem internen Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis (von 1995 \u2013 2016 war Rudolf Sark\u00f6zi, Obmann des <em>Kulturvereins<\/em>, Vorsitzender des Beirates) und Abstimmungsverhalten wenig dynamisch, sondern orientierte sich meist an den Agenden der gr\u00f6\u00dferen Vereine, die auf die Unterst\u00fctzung der gro\u00dfen Parteien z\u00e4hlen konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Anerkennung als Volksgruppe war ein wichtiger Schritt f\u00fcr die gesellschaftspolitische Akzeptanz. Mit Anwendung des Volksgruppengesetzes er\u00f6ffneten sich zudem viele neue M\u00f6glichkeiten: So wurde in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Forschung (vor allem mit der Karl-Franzens-Universit\u00e4t Graz und mit Unterst\u00fctzung des reichen Repertoires des Phonogrammarchivs der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften) die Sprache der Roma \u2013 vorerst das Burgenland-Roman \u2013 kodifiziert und Lernunterlagen f\u00fcr den schulischen und au\u00dferschulischen Bereich erstellt.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Im Burgenland wurde an einigen Schulen Romani als Freifach angeboten. Insgesamt kam es zu einem gr\u00f6\u00dferen wissenschaftlichen Interesse und zu Forschungen. Die Vertretungsorganisationen konnten aktiv Basisarbeit leisten und teils ihre Strukturen konsolidieren. Dazu z\u00e4hlen auch die wichtige Aufkl\u00e4rungs- und Informationsarbeit, das Ver\u00f6ffentlichen von Medien in der Minderheitensprache (Radio, Zeitungen in Romani\/Romanes und auf Deutsch), Veranstaltungen zur F\u00f6rderung von Kunst und Kultur (Musik, Literatur, Malerei etc.) und die F\u00f6rderung des interkulturellen Dialogs sowie der Abbau von Vorurteilen und Rassismus. Es zeigte sich aber auch, dass das Volksgruppengesetz allein mit dem Fokus auf die F\u00f6rderung und Wahrung der Sprache und Kultur nicht alle wichtigen Belange, vor allem die soziale Ungleichheit und Diskriminierung, mit denen Roma bis heute konfrontiert sind, abzudecken vermochte.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die F\u00f6rderung von Kultur und Sprache sowie die Erinnerungs- und Gedenkarbeit, die Wiedergutmachung und die Anerkennung des NS-V\u00f6lkermordes allen Vereinen ein wichtiges Anliegen war, gab es auch partikulare Schwerpunkte. So fokussierte sich der <em>Kulturverein \u00f6sterreichischer Roma<\/em> auf die Aufarbeitung der NS-Geschichte (u.a. durch die namentliche Erfassung der Roma-Holocaustopfer) sowie auf die politische Lobbyarbeit. Der <em>Verein Roma<\/em> in Oberwart f\u00fchrte eine sehr konkrete Basisarbeit vor Ort durch, organisierte Lernbetreuungen und Sprachf\u00f6rderungen f\u00fcr Kinder und bot arbeitsmarkpolitische Beratungen an. Das <em>Romano Centro<\/em> wiederum suchte den Austausch und die Vernetzung mit internationalen Romavertretungen, setzte sich f\u00fcr die Verbesserung der Bildungssituation der Romakinder in Wien ein und leistete Rechtsbeistand sowie Sozialarbeit. Zudem kam es zu einer Reihe von weiteren Initiativen und Vereinsgr\u00fcndungen. Beispielsweise war der Verein <em>Ketani<\/em> in Linz \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum sehr aktiv. Dort engagierte sich insbesondere die Sintizza Rosa Martl, Tochter von Rosa Winter, die der NS-Verfolgung entkommen war, um die Anliegen der im Raum Linz lebenden Sinti zu vertreten. Manche der Initiativen waren von langer, manche von k\u00fcrzerer Dauer.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Auch im Burgenland kam es in der Folge zur Neuorientierung und Entstehung weiterer Organisationen wie z.B. <em>Roma-Service<\/em>, einem Verein, der sich vor allem der F\u00f6rderung und Wahrung der Sprache und Kultur der Burgenland-Roma widmet und die bessere Verankerung des Romani in den Medien (\u00f6ffentliches Radio und Fernsehen) zum Ziel hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Das durch die Anerkennung best\u00e4rkte Engagement und die Emanzipationsbewegung der Roma in \u00d6sterreich erlitten mit dem rassistisch motivierten Bombenattentat auf die Oberwarter Roma, das in der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1995 vier Menschen das Leben kostete, &#8211; Erwin Horvath, Karl Horvath, Peter Sark\u00f6zi und Josef Simon -, einen gro\u00dfen R\u00fcckschlag. So war das politische Auftreten der Roma nach wie vor etwas Neues und so manche f\u00fcrchteten, dass die \u201eneue \u00d6ffentlichkeit\u201c der Gemeinschaft einen gro\u00dfen Schaden, etwa durch rassistisch motivierte Gewalt, zuf\u00fcgen k\u00f6nnte. Das in der 2. Republik schwerste politisch motivierte Attentat katapultierte aber auch die Situation der Roma in \u00d6sterreich ins \u00f6ffentliche Bewusstsein und zwang die Politik, sich ihre Vers\u00e4umnisse in Bezug auf die lokale diskriminierende Bildungs-, Arbeits- und Wohnpolitik einzugestehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig best\u00e4rkte dieser tragische Anschlag aber auch die zivilgesellschaftlichen Roma-AkteurInnen in ihrem Eintreten f\u00fcr die Rechte und f\u00fcr den Abbau von Vorurteilen mehr denn je. Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Lage, die Aufarbeitung und Anerkennung der NS-Verfolgung, die Errichtung von Mahnmalen und die Einf\u00fchrung offizieller Gedenktage sowie die Aufkl\u00e4rung und der Abbau von Vorurteilen in der Mehrheitsgesellschaft wurden als wichtige Ziele definiert, um eine nachhaltige Verbesserung der Situation der Roma zu erwirken und die bestehende Stigmatisierung der Mehrheitsgesellschaft abzubauen.<\/p>\n\n\n\n<h4><strong>Mit Roma \u2013 f\u00fcr Roma: Umfassender Ansatz f\u00fcr Chancengleichheit<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>In den 1990er Jahren setzte sich auch auf internationaler Ebene die Forderung nach einem umfassenderen Ansatz zur Ver\u00e4nderung der Situation der Roma durch, der in erster Linie auf die Bek\u00e4mpfung von Diskriminierung und Rassismus abzielte wie auch auf gezielte Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung der Situation der Roma in den Bereichen Bildung, Arbeit, Wohnen, Gesundheit und zur Herstellung von Chancengleichheit. Die Annahme des \u201eAktionsplanes zur Verbesserung der Situation der Roma und Sinti\u201c durch die Mitgliedstaaten der Organisation f\u00fcr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Jahr 2003<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> wie auch die Dekade zur Inklusion der Roma 2005\u20132015<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> oder zuletzt der \u201eEU-Rahmen f\u00fcr nationale Strategien zur Integration der Roma\u201c (EU-Rahmen f\u00fcr nationale Roma-Strategien)<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> reflektieren diesen Ansatz und sind insofern auch Erfolge der best\u00e4ndigen Roma-Zivilgesellschaft, die sich auch international einbringt. Bezeichnend daf\u00fcr ist auch der Slogan \u201eMit Roma \u2013 f\u00fcr Roma\u201c, der die Erkenntnis zum Ausdruck bringt, dass erfolgreiche politische Ma\u00dfnahmen auf gleichberechtigter Beteiligung von Roma-Frauen und -M\u00e4nnern beruhen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese internationalen und europ\u00e4ischen Standards, vor allem des \u201eEU-Rahmens f\u00fcr nationale Roma-Strategien\u201c, bewirkten seit 2011 auch in \u00d6sterreich ein verst\u00e4rktes T\u00e4tigwerden im arbeitsmarktpolitischen, Sozial- und Bildungsbereich. Sind doch alle EU-Mitgliedsl\u00e4nder verpflichtet, nationale Roma-Strategien zu erstellen und die Zielvorgaben bis 2020 umzusetzen, wof\u00fcr die EU unter anderem im Rahmen des Europ\u00e4ischen Sozialfonds (ESF) auch finanzielle Mittel zur Verf\u00fcgung stellt. In diesem Rahmen haben auch einige Roma-Vertretungsorganisationen erfolgreiche Initiativen gesetzt, um Voraussetzungen f\u00fcr den Einstieg ins Berufsleben zu verbessern oder die Qualifzierung zu erh\u00f6hen, wie z.B. das Vermittlungsangebot des Projektes <em>Thara Romani Zor! <\/em>der Volkshilfe Wien oder der in Oberwart angesiedelten Initiative des Vereins <em>Karika<\/em>. Darunter fallen auch Ma\u00dfnahmen, die im Bildungsbereich ansetzen, z.B. die von <em>Romano Centro<\/em> geleitete Roma-Schulmediation.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn diese Entwicklung den Vertretungsorganisationen erm\u00f6glichte, die T\u00e4tigkeiten im arbeitsmarktpolitischen, Sozial- und Bildungsbereich zu vertiefen, so bleiben diese Initiativen doch projektgebunden und auf den F\u00f6rderungszeitraum beschr\u00e4nkt. Manche Organisationen fordern daher eine \u00dcbernahme und Institutionalisierung von erfolgreichen Ma\u00dfnahmen (z.B. Roma-Schulmediation, Roma-MuttersprachenlehrerInnen, gezielte Ma\u00dfnahmen zur Bildungsf\u00f6rderung und Sensibilisierung der Beh\u00f6rden) sowie st\u00e4rkere Einbindung und Verantwortung der ma\u00dfgeblichen Stellen. So ist beispielsweise die \u201eStrategie zur Fortf\u00fchrung der Inklusion der Roma in \u00d6sterreich\u201c<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> den lokalen Beh\u00f6rden und zust\u00e4ndigen Integrationsstellen kaum bekannt bzw. es werden auf lokaler Ebene, abgesehen von den Vertretungsorganisationen, keine gezielten Ma\u00dfnahmen zur Umsetzung der Strategie durchgef\u00fchrt. Es fehlt an gesicherten Daten bzw. umfassenden Analysen der Situation der Roma in \u00d6sterreich. Die Politik bezieht sich nach wie vor auf die Erfahrungsberichte der Vertretungsorganisationen.<\/p>\n\n\n\n<p>Abgesehen von Forderungen nach Chancengleichheit setzt sich in j\u00fcngster Vergangenheit vor allem auch von Seiten der Roma-Jugendbewegung (die sich um den Verein <em>Romano Centro<\/em> formiert hat) die Forderung nach einer offiziellen Anerkennung von Antiziganismus als spezielle Form des Rassismus und den daraus abzuleitenden Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung des Antiziganismus durch<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a>. Dies ist auch eine Antwort auf den \u00f6ffentlichen Diskurs um die Roma-Migration, die sich vor allem im Zuge der EU-Erweiterung 2004 und 2007, aber auch in j\u00fcngster Zeit im Zuge der allgemeineren Migrationsdebatte wieder versch\u00e4rfte und sich alter Stereotype bediente. Die Forderung nach einer breiten Anerkennung von und Ma\u00dfnahmen gegen Antiziganismus wird von VertreterInnen der Romazivilgesellschaft auch auf europ\u00e4ischer Ebene eingefordert und erf\u00e4hrt in j\u00fcngster Zeit zunehmend Unterst\u00fctzung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/03_Soraya_Post-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1876\" width=\"342\" height=\"512\" srcset=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/03_Soraya_Post-683x1024.jpg 683w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/03_Soraya_Post-200x300.jpg 200w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/03_Soraya_Post-768x1152.jpg 768w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/03_Soraya_Post-520x780.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 342px) 100vw, 342px\" \/><figcaption>Die schwedische Romni und EU-Abgeordnete Soraya Post. \u00a9 Parliament Magazine<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>So forderte das Europ\u00e4ische Parlament unter der Federf\u00fchrung der schwedischen Romni und Abgeordneten Soraya Post in einer Resolution zur Bek\u00e4mpfung von Antiziganismus vom 25. Oktober 2017<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> die Staaten auf, ihre Gesellschaften f\u00fcr Antiziganismus zu sensibilisieren, um Marginalisierung und gesellschaftlichen Ausschluss von Roma effektiv zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich scheint dieser Diskurs zur Bek\u00e4mpfung von Antiziganismus auch die gegenw\u00e4rtige Debatte um die Fortf\u00fchrung des \u201eEU-Rahmens f\u00fcr nationale Roma-Strategien\u201c nach 2020 zu beeinflussen. So bezeichnet die EU-Grundrechteagentur Antiziganismus \u201eals gr\u00f6\u00dftes Hindernis\u201c, um ein Roma-Inklusion zu erreichen.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Auch AkteurInnen der Roma-Zivilgesellschaft unterstreichen, dass die bisherigen Ma\u00dfnahmen und Bem\u00fchungen, die auf die Verbesserung der Situation der Roma abzielen, nur beschr\u00e4nkt erfolgreich waren, da sie die \u00dcberwindung von Stigmatisierungen in der Mehrheitsgesellschaft nicht ber\u00fccksichtigten. In diesem Sinne sollen auch die Ergebnisse der europ\u00e4ischen ExpertInnen-Konferenz zum Antiziganismus, die das Bundeskanzleramt im Rahmen des \u00d6sterreichischen EU-Vorsitzes am 27. November 2018 in Wien abgehalten hat, der Europ\u00e4ischen Kommission f\u00fcr den erweiterten Ansatz zur Roma-Inklusion Post-2020 dienen.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>2018 feierten die Roma in \u00d6sterreich 25 Jahre Anerkennung als Volksgruppe. Auch wenn dieser wichtige Schritt im Vergleich zu anderen Gruppen in \u00d6sterreich versp\u00e4tet kam und erst erk\u00e4mpft werden musste, so hat sich r\u00fcckblickend in den letzten 25 Jahren doch sehr viel getan und die beteiligten AkteurInnen haben viele ihrer Forderungen erreicht und waren gestalterisch aktiv beteiligt, um diese umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/04_Robert-1024x478.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1877\" width=\"512\" height=\"239\" srcset=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/04_Robert-1024x478.jpg 1024w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/04_Robert-300x140.jpg 300w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/04_Robert-768x358.jpg 768w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/04_Robert-520x243.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><figcaption>Robert Gabris: Romadorf. 70 X 40 cm, Acetondruck und Bleistiftzeichnung auf Papier, 2013.<br>\u00a9 Robert Gabris<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die gegenw\u00e4rtige Roma-Bewegung zeigt eine gro\u00dfe Dynamik und viel kreatives Potential. Dies ist einerseits auf die Beteiligung der j\u00fcngeren Generation, aber auch auf die vielen engagierten Roma-K\u00fcnstlerInnen wie auch vieler Roma-Frauen und -M\u00e4nner, die sich in anderen Bereichen professionalisiert haben und sich einbringen, sowie auf neue Allianzen in \u00d6sterreich oder \u00fcber \u00d6sterreich hinaus zur\u00fcckzuf\u00fchren. Dies hat auch zu einer vielf\u00e4ltigen Repr\u00e4sentation gef\u00fchrt, die weit \u00fcber bestehende Vertretungsorganisationen hinausgeht. Prominentes Beispiel daf\u00fcr ist der Musiker Harri Stojka mit seinen Aktivit\u00e4ten im Rahmen des Vereins <em>Voice of Diversity<\/em>, der durch Vermittlung von Roma-Kunst und Kultur auch in Zusammenarbeit mit anderen Kunstschaffenden eine breite \u00d6ffentlichkeit erreichen konnte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/05_Sandra.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1878\" width=\"338\" height=\"444\" srcset=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/05_Sandra.jpg 676w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/05_Sandra-228x300.jpg 228w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/05_Sandra-520x683.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 338px) 100vw, 338px\" \/><figcaption>Sandra Selimovi\u0107 in \u201eRoma Armee\u201c, Maxim-Gorki-Theater Berlin und Volkstheater Wien, 2018.<br>\u00a9 Esra Rotthoff<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Oder die Schauspielerinnen Sandra und Simonida Selimovi\u0107, die mit ihrer Theaterarbeit wie z.B. mit dem St\u00fcck \u201eRoma Armee\u201c mit g\u00e4ngigen Klischees \u00fcber Roma brechen, aber auch g\u00e4ngige Geschlechterrollen und Zuweisungen in Frage stellen. Wichtige Impulse kommen auch von der j\u00fcngeren Generation, die die Neuen Medien kreativ f\u00fcr die Mobilisierung ihrer Interessen zu nutzen wei\u00df, wie etwa romblog.at, und oftmals \u00fcber die Grenzen hinaus agiert. So hat etwa die Europ\u00e4ische Roma-Jugendbewegung <a href=\"http:\/\/www.ternype.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>ternYpe<\/em><\/a>, die sich um die Initiative f\u00fcr einen Europ\u00e4ischen Gedenktag am 2. August f\u00fcr die Opfer des NS-V\u00f6lkermordes gebildet hat, auch die \u00f6sterreichische Roma-Jugend inspiriert, neue Allianzen zu schmieden. Gemeinsam mit der J\u00fcdischen Hochsch\u00fclerInnenschaft und VertreterInnen anderer Religionsgemeinschaften wie auch mit Familienangeh\u00f6rigen \u00fcberlebender Roma gestalteten Roma-Jugendliche in den letzten Jahren am 2. August am Ceija-Stojka-Platz in Wien eine Gedenkfeier und forderten ein zentrales Mahnmal f\u00fcr den V\u00f6lkermord an den Roma.<\/p>\n\n\n\n<p>Es bedarf noch einiger Anstrengungen und eines mutigen politischen Willens, um gleiche Rechte und M\u00f6glichkeiten f\u00fcr alle Roma in \u00d6sterreich und Europa sicherzustellen. Die letzten drei Dekaden haben aber gezeigt, dass das bisherige Engagement Erfolge zeigt. Vor allem die immer gr\u00f6\u00dfer werdende Zahl von kompetenten Roma-Frauen wie -M\u00e4nnern und der jungen Generation beweist, dass, wenn die M\u00f6glichkeiten gegeben sind, Roma bereit sind, sich erfolgreich f\u00fcr die Gemeinschaft wie auch die Gesellschaft insgesamt einzubringen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h4><strong>Timeline<br><\/strong><\/h4>\n\n\n\n<ul><li>Oktober 1984 Bundespr\u00e4sident Kirchschl\u00e4ger enth\u00fcllt das Mahnmal f\u00fcr die Roma-Opfer, die in das Zwangsarbeitslager \u201eZigeunerlager\u201c Lackenbach interniert und von dort weiter deportiert wurden<\/li><li>1988 Ceija Stojka, Lovarkina und Auschwitz-\u00dcberlebende, ver\u00f6ffentlicht ihr Buch \u201eWir leben im Verborgenen. Erinnerungen einer Rom-Zigeunerin\u201c<\/li><li>1988 Gedenkjahr \u00d6sterreich, Bundeskanzler Franz Vranitzky erkennt offiziell den NS-V\u00f6lkermord an den Roma an<\/li><li>1989 Gr\u00fcndung des Vereins Roma in Oberwart, Burgenland<\/li><li>1991 Gr\u00fcndung des Kulturvereins \u00f6sterreichischer Roma in Wien unter Federf\u00fchrung von Rudolf Sark\u00f6zi<\/li><li>1991 Gr\u00fcndung des Vereines Romano Centro in Wien, der f\u00fcr alle in \u00d6sterreich vertretenen Roma-Gruppen eintritt<\/li><li>1992 Der Kulturverein \u00f6sterreichischer Roma und der Oberwarter Verein Roma \u00fcbermitteln eine Petition zur Anerkennung der Roma als Volksgruppe an die Mitglieder der Bundesregierung<\/li><li>Dezember 1993 Anerkennung der Roma als 6. Volksgruppe in \u00d6sterreich im Hauptausschuss des Nationalrates (erlangt am 23. Dezember 1993 Rechtskraft)<\/li><li>In der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1995 Rohrbomben-Attentat auf die Einwohner der Roma-Siedlung in Oberwart, Burgenland, das vier Menschen das Leben kostet September 1995 Konstituierung des Volksgruppenbeirates der Roma<\/li><li>1995 Erste Publikation in Roman: die Alphabetfibel \u201eAmen Roman Pisinas\u201c (\u201eWir schreiben Roman\u201c)<\/li><li>2003 Die OSZE-Mitgliedstaaten beschlie\u00dfen den Aktionsplan zu Verbesserung der Lage der Roma und Sinti im OSZE-Raum<\/li><li>2011 Der Europ\u00e4ische Rat beschlie\u00dft den EU-Rahmen f\u00fcr nationale Strategien zur Integration der Roma bis 2020. \u00d6sterreich verpflichtet sich, diese mit der \u00f6sterreichischen Strategie zur Fortf\u00fchrung der Inklusion der Roma in \u00d6sterreich umzusetzen<\/li><li>Februar \u2013 17. Mai 2015 \u201eRomane Thana \u2013 Orte der Roma und Sinti\u201c: Ausstellung im Wien Museum (eine Kooperation von Romano Centro, Initiative Minderheiten, Landesmuseum Burgenland und Wien Museum)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h4><strong>Weblinks<\/strong><\/h4>\n\n\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.romane-thana.at\/index.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Romane Thana \u2013 Orte der Roma und Sinti (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Romane Thana \u2013 Orte der Roma und Sinti<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.roma-service.at\/mrihist-ausgaben.shtml\">Mri Historija (Lebensgeschichten burgenl\u00e4ndischer Roma, Die Zeitzeugen-Dokumentation von Roma-Service)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.coe.int\/t\/dg4\/education\/roma\/histoculture_EN.asp\" class=\"broken_link\">Fact Sheets on Romani history, culture and language (in English and German)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.romasintigenocide.eu\/de\/home\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Das Schicksal der europ\u00e4ischen Roma und Sinti w\u00e4hrend des Holocausts (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Das Schicksal der europ\u00e4ischen Roma und Sinti w\u00e4hrend des Holocausts<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h4><strong>Vereine und Initiativen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.hoer-info.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" label=\"H\u00d6R - Hochsch\u00fcler*innenschaft \u00d6sterreichischer Roma und Romnj (opens in a new tab)\" class=\"broken_link\">H\u00d6R &#8211; Hochsch\u00fcler*innenschaft \u00d6sterreichischer Roma und Romnj<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.kv-roma.at\">Kulturverein \u00d6sterreichischer Roma<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.igkultur.at\/mitglieder\/phurdo-zentrum-roma-sinti\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" label=\"Phurdo Salzburg, Zentrum Roma-Sinti (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" class=\"broken_link\">Phurdo Salzburg, Zentrum Roma-Sinti<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.romano-centro.org\">Romano Centro<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.roma-service.at\/\">Roma-Service<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.voiceofdiversity.at\/\">Voice of diversity<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.bundeskanzleramt.gv.at\/roma-strategie\" class=\"broken_link\">\u00d6sterreichische Strategie zur Inklusion der Roma<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/romaniprojekt.uni-graz.at\/\">[romani] Projekt (Dokumentation zu den Varianten der Sprache der Roma)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/volksgruppen.orf.at\/\">ORF Volksgruppenredaktion<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h4><strong>Zur Menschenrechtssituation der Roma in Europa<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/fra.europa.eu\/de\/theme\/roma\">Agentur der Europ\u00e4ischen Union f\u00fcr Grundrechte<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/antigypsyism.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Grundlagenpapier-Antiziganismus-Version-16.06.2017.pdf\" class=\"broken_link\">Allianz gegen Antiziganismus<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.romano-centro.org\/downloads\/Antiziganismus_in_Oesterreich_2015-2017_web.pdf\">Antiziganismus in \u00d6sterreich<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/info\/policies\/justice-and-fundamental-rights\/combatting-discrimination\/roma-and-eu\/roma-integration-eu-countries_en\" class=\"broken_link\">Europ\u00e4ische Union und Roma<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.errc.org\/\">European Roma Rights Center<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=KgWMj5ULlmw\">I am a Romano Women \u2013 Regional Campaign (Video) <\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Sd-1zBPwV3I\">Member of European Parliament Soraya Post on Roma (Video) &#8222;Nobody wants to live like cattle<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h4><strong>Fu\u00dfnoten<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Im Text wird der Begriff Roma als \u00dcberbegriff f\u00fcr alle Gruppen, die in \u00d6sterreich leben, verwendet. Bei Ereignissen, die eine spezifische Roma-Gruppe betreffen, etwa Lovara, Sinti, Burgenland-Roma etc., wird diese angegeben.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Details siehe: <a href=\"http:\/\/rombase.uni-graz.at\/\">ROMBASE <\/a>\u2013 Didactically edited information on Roma.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Zu den autochthonen Roma-Gruppen in \u00d6sterreich z\u00e4hlen die Burgenland-Roma, Sinti und Lovara. Im Zuge der Migrationsbewegungen kamen seit den 1960er Jahren auch andere Gruppen, vor allem aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien, nach \u00d6sterreich \u2013 etwa die Kaldera\u0161, Gurbet, Arlije und andere, die zahlenm\u00e4\u00dfig keine gro\u00dfe Bedeutung haben. F\u00fcr Details zu den bekannten Gruppen in Europa siehe <a href=\"https:\/\/www.coe.int\/t\/dg4\/education\/roma\/histoculture_EN.asp\" class=\"broken_link\">Council of Europe<\/a>: Pedagogical Fact Sheets on Roma History, Culture and Language.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Karoly, Mirjam: Roma in \u00d6sterreich. Zur Genese einer Minderheit, Diplomarbeit, Wien 1998.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Siehe insbesondere die Dokumentarfilme von Melanie Spitta und Katrin Seybold: Schimpft uns nicht Zigeuner (1980) und Es ging Tag und Nacht, liebes Kind: Zigeuner (Sinti) in Auschwitz (1982).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Die erste Monographie zu dem Thema erschien 1966 von einer Mitarbeiterin des Dokumentationsarchivs des \u00d6sterreichischen Widerstandes. Siehe Steinmetz, Selma: \u00d6sterreichs Zigeuner im NS-Staat. Europaverlag, Wien 1966.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\"><strong>[7]<\/strong><\/a> Wichtige Arbeit leisteten dabei Miriam Wiegele mit ihrer journalistischen Arbeit zu Roma in Oberwart, Claudia Mayerhofer mit ihrem historischen Abriss zur Geschichte der Roma in \u00d6sterreich und mit dem Buch: Dorfzigeuner: Kultur und Geschichte der Burgenland-Roma von der Ersten Republik bis zur Gegenwart, Picus Verlag, Wien 1987 und vor allem Ursula Hemetek mit ihrer angewandten und langj\u00e4hrigen Forschungsarbeit zu Roma-Musik. Auf dem Gebiet der Sprachforschung hat vor allem Mozes F. Heinschink gro\u00dfe Pionierarbeit geleistet.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Siehe Samer, Helmut: Die Roma von Oberwart, edition lex liszt, Oberwart 2001.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a>Siehe Halwachs, Dieter, W.: Das \u00d6sterreichische Romani-Projekt, in: Romane Thana. Orte der Roma und Sinti, Wien Museum, Landesmuseum Burgenland, Initiative Minderheiten und Romano Centro (Hrsg), Czernin Verlag, Wien 2015, S. 190ff. F\u00fcr Details siehe <a href=\"http:\/\/romaniprojekt.uni-graz.at\/\">[romani] Projekt der Karl Franzens Universit\u00e4t Graz<\/a>. Das Projekt und die Standardisierung des Burgenland-Romans wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Dieter W. Halwachs durchgef\u00fchrt. Das gr\u00f6\u00dfte <a href=\"https:\/\/www.oeaw.ac.at\/phonogrammarchiv\/forschung\/ethnomusikologie-und-musikhistorische-forschung\/musik-und-oraltraditionen-von-roma\/\" class=\"broken_link\">Archiv zu Tondokumenten von Musikkultur und Erz\u00e4hltradition der Roma<\/a> befindet sich im Phonogrammarchiv der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> In den n\u00e4chsten zwei Dekaden sollten etliche Vereine folgen, vor allem auch in Wien. Insgesamt gab es \u00fcber 15 unterschiedliche Vereine, nicht alle konnten sich aber konsolidieren. Hier wird nur auf die gegenw\u00e4rtig aktiven und gr\u00f6\u00dferen Vereine, die sich \u00fcber die Jahre auch konsolidiert haben, eingegangen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> OSZE-Ministerratsbeschluss MC.DEC\/3\/03\/: Aktionsplan zur Verbesserung der Lage der <a href=\"https:\/\/www.osce.org\/de\/odihr\/17556?download=true\">Roma im OSZE-Gebiet<\/a>, Maastricht 2003.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Details zur Dekade zur Inklusion der Roma und zur Folgeinitative <a href=\"https:\/\/www.rcc.int\/romaintegration2020\/romadecade\">Roma-Integration 2020<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a>Europ\u00e4ische Kommission: <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/LexUriServ\/LexUriServ.do?uri=COM:2011:0173:FIN:DE:PDF\">Mitteilung der Kommission an das Europ\u00e4ische Parlament, den Rat, den Europ\u00e4ischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen<\/a> \u2013 EU-Rahmen f\u00fcr nationale Strategien zur Integration der Roma bis 2020, Br\u00fcssel, 5.4.2011.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Details zur <a href=\"https:\/\/www.bundeskanzleramt.gv.at\/themen\/volksgruppen\/roma-strategie.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Roma-Strategie<\/a> in \u00d6sterreich.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a><a href=\"http:\/\/antigypsyism.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Grundlagenpapier-Antiziganismus-Version-16.06.2017.pdf\" class=\"broken_link\"> Allianz gegen Antiziganismus: Antiziganismus<\/a> \u2013 Grundlagenpapier. Juni 2017.<\/p>\n\n\n\n<p>In \u00d6sterreich hat<a href=\"http:\/\/www.romano-centro.org\/\"> Romano Centro<\/a> 2015 und 2017 Falldokumentationen zu Antiziganismus ver\u00f6ffentlicht. <a href=\"http:\/\/www.romano-centro.org\/downloads\/Antiziganismus_in_Oesterreich_2015-2017_web.pdf\">Antiziganimus in \u00d6sterreich \u2013 Falldokumentation 2015\u20132017. Wien 2017<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> <a href=\"https:\/\/fra.europa.eu\/en\/publication\/2018\/persisting-concern-anti-gypsyism-barrier-roma-inclusion\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">EU Fundamental Rights Agency<\/a>: <em>A persisting concern: anti-Gypsyism as a barrier to Roma inclusion<\/em>, April 2018.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Siehe: <a href=\"https:\/\/www.eu2018.at\/de\/calendar-events\/political-events\/BKA-2018-11-27-Konferenz-zu-Antiziganismus.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Expertinnen- und Expertenkonferenz zu Antiziganismus<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p><em><strong>Mirjam Karoly<\/strong>, Politologin, leitete bis August 2017 die <a href=\"https:\/\/www.osce.org\/de\/roma-and-sinti\" class=\"broken_link\">OSZE-Kontaktstelle f\u00fcr Roma-und-Sinti-Fragen<\/a> beim B\u00fcro f\u00fcr Menschenrechte und Demokratisierung in Warschau; stellvertretende Vorsitzende des Beirates der Roma in \u00d6sterreich, Vorstandsmitglied von Romano Centro und des <a href=\"http:\/\/www.errc.org\/\">European Roma Rights Center<\/a>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was wir fordern! 1971 kamen in London RomavertreterInnen aus 14 L\u00e4ndern Europas zum ersten Internationalen Roma-Kongress zusammen. 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