{"id":3229,"date":"2020-01-23T14:57:35","date_gmt":"2020-01-23T13:57:35","guid":{"rendered":"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/?p=3229"},"modified":"2020-02-24T17:06:44","modified_gmt":"2020-02-24T16:06:44","slug":"stellungnahme-der-initiative-minderheiten-zum-regierungsprogramm-2020-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/2020\/01\/stellungnahme-der-initiative-minderheiten-zum-regierungsprogramm-2020-2024\/","title":{"rendered":"Stellungnahme der Initiative Minderheiten zur Regierungsprogramm 2020 \u2013 2024 bzgl. der Volksgruppen"},"content":{"rendered":"\r\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3237\" src=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-23-um-14.18.18.png\" alt=\"\" width=\"239\" height=\"383\" srcset=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-23-um-14.18.18.png 318w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-23-um-14.18.18-187x300.png 187w\" sizes=\"(max-width: 239px) 100vw, 239px\" \/><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Eine knappe Seite wird den Volksgruppen im neuen Regierungs\u00fcbereinkommen gewidmet, die die Agenden f\u00fcr die sechs gesetzlich anerkannten Minderheiten (Slowen*innen<em>, <\/em>Burgenlandkroat<em>*<\/em>innen, Ungar<em>*<\/em>innen<em>, <\/em>Tschech<em>*<\/em>innen und Slowak*innen sowie Roma und Sinti) umfasst.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Begr\u00fc\u00dfenswert, da sie allen Minderheiten zugutekommt, ist das Bekenntnis zur Erh\u00f6hung einer Volksgruppenf\u00f6rderung, die eine der langj\u00e4hrigen Kernforderungen der Volksgruppenbeir\u00e4te darstellte. Diese wurde seit 25 Jahren nicht mehr erh\u00f6ht und stagniert bei vier Millionen. Erfreulich ist auch die Tatsache, dass es ein Bekenntnis zur st\u00e4rkeren Sichtbarmachung der Volksgruppen im ORF gibt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Im zweisprachigen Unterrichtswesen sieht der Bildungswissenschafter und Obmann der Initiative Minderheiten, Vladimir Wakounig, jedoch Handlungsbedarf. Die F\u00f6rderung der<br \/>zwei- und mehrsprachigen Kinderg\u00e4rten und Schulen wird zwar explizit genannt, daraus l\u00e4sst sich allerdings nicht ableiten, wie man \u201ewirkungsorientiert die Qualit\u00e4t des zweisprachigen Unterrichts erh\u00f6hen kann\u201c. \u201eEs ist sch\u00f6n und gut\u201c, so Wakounig, \u201ewenn die zweisprachige Bezirksgerichtsbarkeit abgesichert wird. Aber wenn Personen im Laufe ihrer zweisprachigen Ausbildung nicht ausreichend Kompetenzen in Minderheitensprachen erwerben k\u00f6nnen, um sie bei Gerichten und \u00c4mtern anzuwenden, ist dies eher eine symbolische Geste.\u201c Wakounig pl\u00e4diert daher im Minderheitenschulwesen f\u00fcr Schulversuche, mit denen ein qualitativ hochwertiger zweisprachiger Unterricht gef\u00f6rdert werden kann. Ebenso m\u00fcsste auch in der Lehrer*innenausbildung die sprachliche Kompetenz der k\u00fcnftigen zweisprachigen Lehrer*innen in Minderheitensprachen deutlich verbessert werden; z.B. durch einen entsprechenden verpflichtenden l\u00e4ngeren Auslandsaufenthalt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Weniger Beachtung im Regierungs\u00fcbereinkommen finden allerdings die Interessen der Gruppe der Roma\/Romnja und Sinti\/Sintizze. Diese werden nicht im selben Ausma\u00df von den in Aussicht gestellten Neuerungen profitieren. So vermisst die stellvertretende Vorsitzende des Beirates der Roma in \u00d6sterreich, Mirjam Karoly, ein klares Bekenntnis zu antiziganistischen Sensibilisierungsma\u00dfnahmen, um damit Marginalisierung und gesellschaftlichen Ausschluss von Roma effektiv bek\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen. &#8222;\u00d6sterreich hat ja eine internationale Konferenz zu Bek\u00e4mpfung von Antiziganismus unter \u00d6sterreichischer EU-Ratspr\u00e4sidentschaft organisiert und dabei wichtige Empfehlungen erarbeitet. Ebenso fehlen Ma\u00dfnahmen\u201c, so Karoly, \u201ezur Herstellung von Chancengleichheit in den Bereichen Bildung, Arbeit, Wohnen und Gesundheit. 2020 wird die Fortf\u00fchrung des EU-Rahmens diskutiert. Es w\u00e4re daher wichtig, dass auch die neue Regierung ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Fortf\u00fchrung der Umsetzung der Strategie zur Inklusion der Roma in \u00d6sterreich unterstreicht.&#8220;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Als sehr erfreulich sehen aber sowohl Wakounig als auch Karoly den Punkt an, dass eine Pr\u00fcfung der Anerkennung der Jenischen angestrebt wird. Wirklich messen lassen wird sich dieses auf den ersten Blick &#8211; vor allem f\u00fcr die K\u00e4rntner Slowen*innen und Burgenlandkroat<em>*<\/em>innen &#8211; sehr ambitionierte Programm allerdings erst daran, wenn die angef\u00fchrten Punkte wirklich (wie es im \u00dcbereinkommen hei\u00dft) \u201ezeitnah\u201c umgesetzt werden.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine knappe Seite wird den Volksgruppen im neuen Regierungs\u00fcbereinkommen gewidmet, die die Agenden f\u00fcr die sechs gesetzlich anerkannten Minderheiten (Slowen*innen, Burgenlandkroat*innen, Ungar*innen, Tschech*innen und Slowak*innen sowie Roma und Sinti) umfasst. 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