{"id":3794,"date":"2020-03-27T15:15:54","date_gmt":"2020-03-27T14:15:54","guid":{"rendered":"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/?p=3794"},"modified":"2022-07-07T11:13:08","modified_gmt":"2022-07-07T09:13:08","slug":"schwarze-minderheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/2020\/03\/schwarze-minderheit\/","title":{"rendered":"Vanessa Spanbauer: Die Sabotage der Ungerechtigkeit \u2013 Schwarz sein hei\u00dft politisch sein"},"content":{"rendered":"\n<p>Schwarze Menschen in \u00d6sterreich stellen eine Minderheit dar, die oft nicht als solche wahrgenommen wird \u2013 denn es gibt weder statistische Zahlen, um wie viele Personen es sich handelt, noch eine klare Vertretung, die alle miteinschlie\u00dft. Seit der Antike leben Schwarze Menschen auf dem Gebiet des heutigen \u00d6sterreich, sp\u00e4testens seit dem 18. Jahrhundert kennen wir Personen auch namentlich. Angelo Soliman, ein angesehener Schwarzer Mann am Wiener Hof, ist einer von ihnen. Doch nach seinem Tod holte ihn die Realit\u00e4t eines Schwarzen Menschen zur Kolonialzeit ein, denn er wurde ausgestopft und in der Wunderkammer ausgestellt. Sp\u00e4testens seine Tochter, Josephine Soliman<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a>, die sich nach dem Tod ihres Vaters daf\u00fcr einsetzte, ihn begraben zu d\u00fcrfen, kann als die erste Schwarze Frau in \u00d6sterreich identifiziert werden, die f\u00fcr ihr Anliegen gek\u00e4mpft hat \u2013 damals noch relativ alleine.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/12_PoC-2-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5095\" srcset=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/12_PoC-2-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/12_PoC-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/12_PoC-2-768x576.jpg 768w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/12_PoC-2-520x390.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Demonstration: Black Movement Austria im Juli 2020. Rund 50.000 Menschen gingen in Wien auf die Stra\u00dfe, um anl\u00e4sslich der Ermordung von George Floyd gegen Rassismus zu demonstrieren. \u00a9 Vanessa Spanbauer\n\n<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wie viele Schwarze Menschen es heute in \u00d6sterreich genau gibt, wissen wir nicht. Da Schwarz mit gro\u00dfem S keine biologistische Kategorie ist, sondern ein politischer Begriff, der eine Selbstbezeichnung darstellt, ist es au\u00dferdem nicht immer ganz klar, welche Personen sich dieser Gruppe zugeh\u00f6rig f\u00fchlen. Es wird damit eine Gruppe von Menschen bezeichnet, die sich \u00fcber gemeinsame Erfahrungen definiert \u2013 gemessen oder statistisch erfasst werden kann das aktuell nicht. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wir sind hier!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Historisch muss davon ausgegangen werden, dass nicht viele Schwarze Menschen in \u00d6sterreich den Holocaust \u00fcberlebt haben. Doch bereits in den Jahren 1945 bis 1955 f\u00fchrte die Pr\u00e4senz von Schwarzen Soldaten \u2013 aus den USA, Frankreich und Gro\u00dfbritannien \u2013 zur Existenz Schwarzer Kinder, die in der Forschung oft als Besatzungskinder bezeichnet werden.<a href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> Jedoch war diese Gruppe geografisch zu zerstreut, um Bewegungen zu bilden. Nach 1955 werden f\u00fcnf Phasen der Einwanderung Schwarzer Menschen nach \u00d6sterreich erkennbar. Eine dieser Gruppen sind Geistliche und Priester, die schon in den 1970ern medial sichtbar wurden, in weiterer Folge eine besonders starke Pr\u00e4senz im l\u00e4ndlichen Bereich aufwiesen und sich f\u00fcr geistliche Thematiken engagierten. Eine weitere Gruppe waren Diplomat*innen, die sich im Zuge der Ansiedlung verschiedenster Institutionen in Wien einfanden \u2011 vor allem zu nennen sind hier die zahlreichen Er\u00f6ffnungen afrikanischer Botschaften infolge der langsamen Dekolonisation. Die f\u00fcr die Minderheitsbewegungen allerdings relevanteste Gruppe, die sich im Nachkriegs\u00f6sterreich einfand, waren Studierende.<a href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> Ab den fr\u00fchen 1950ern kann eine erh\u00f6hte Pr\u00e4senz afrikanischer Studierender an \u00d6sterreichischen Universit\u00e4ten beobachtet werden. Unter anderem wurde zum Beispiel 1963 eine Gruppe nigerianischer Studierender aus Sofia in Wien aufgenommen, weil deren Pr\u00e4senz in Bulgarien zu Konflikten, welche auch mit Rassismus zu tun hatten, gef\u00fchrt hatte, doch auch in \u00d6sterreich ging es ihnen nicht besser. Als weitere Studierende aus afrikanischen L\u00e4ndern ihre Diskriminierungserfahrungen teilten, berichteten sogar einige Medien dar\u00fcber.<a href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> Beteiligt an den Bem\u00fchungen, afrikanische Studierende nach \u00d6sterreich zu bringen, war das bereits 1959 von Kardinal Franz K\u00f6nig gegr\u00fcndete Afro-Asiatische Institut, welches als entwicklungspolitisches Bildungshaus galt und sehr viele Projekte und Initiativen umsetzte. Studierende organisierten Workshops, Seminare und tauschten sich \u00fcber politische und gesellschaftliche Gegebenheiten in den verschiedensten L\u00e4ndern aus. <br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/KnowYourRightsBroschu\u0308re_Pamoja_HelpingHands-c-simon_INOU.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3811\" width=\"344\" height=\"459\" srcset=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/KnowYourRightsBroschu\u0308re_Pamoja_HelpingHands-c-simon_INOU.png 432w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/KnowYourRightsBroschu\u0308re_Pamoja_HelpingHands-c-simon_INOU-225x300.png 225w\" sizes=\"(max-width: 344px) 100vw, 344px\" \/><figcaption>KnowYourRightsBrosch\u00fcre von Pamoja &amp; HelpingHands \u00a9 simon INOU <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Eine aktivistische Rolle nahm besonders eine weitere Gruppe ein, n\u00e4mlich die der Zeitungskolporteure, die teilweise aus der Studierendenmigration kamen und deren Job eigentlich als Studierendenjob gedacht gewesen war. Allerdings entwickelte sich das schnell in eine andere Richtung: Es entstand eine Nische am Arbeitsmarkt, weil rechtlich \u201eFremden\u201c bei nachgewiesener Kolporteurst\u00e4tigkeit relativ unb\u00fcrokratisch eine Aufenthaltsberechtigung ausgestellt werden konnte. Es handelte sich mehrheitlich um \u00e4gyptische M\u00e4nner, doch auch Menschen anderer Herkunft fanden so eine Besch\u00e4ftigung. Da die Arbeitsbedingungen nicht zufriedenstellend waren, wurden im Jahr 1979 Protestaktionen und Streiks geplant und Unterst\u00fctzungserkl\u00e4rungen auch von Prominenten und Politiker*innen eingeholt, um diese zu verbessern.<a href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> Es sollten allerdings nicht die einzigen Betroffenen einer Arbeitsnische bleiben, die sich versammelte, um bessere Rechte einzufordern, denn Taxifahrer schlossen sich ebenfalls zu einem Verein, den African Taxi drivers living in Austria (ATA), zusammen.<a href=\"#_ftn6\">[6]<\/a><br> <br> <strong>Viele Communities, viele Ziele<\/strong><br> <br>Schon bei den ersten Vereinen finden sich zwei unterschiedliche Tendenzen, die nationen\u00fcbergreifende und die nationenspezifische. Die nationenspezifische Entwicklung sorgte daf\u00fcr, dass es nicht \u201e<em>die<\/em> afrikanische Community\u201c in \u00d6sterreich gibt. Da man nicht einen ganzen Kontinent auf eine einzige Community reduzieren kann, sprechen wir eher von afrikanischen Communities. Schon 1964 gr\u00fcndete sich die Ghana Students Union, welche sich seit 1977 Union of Ghana Nationals in Austria<a href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> nennt. Im selben Jahr gr\u00fcndete sich ebenso die Nigerian Students Union of Austria. Nationen\u00fcbergreifend ist besonders ein Verein zu nennen: die Pan-African Students Union of Austria (PASUA), die sich ebenso im gleichen Jahr mit Panafrikanismus auseinandersetzte. Rund 10 Jahre sp\u00e4ter wurde die South African Students Union in Austria (SASUA) gegr\u00fcndet. Laut den Aufzeichnungen des Dokumentations- und Kooperationszentrums S\u00fcdliches Afrika (SADOCC)<a href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> wurden politische Konflikte einzelner L\u00e4nder wie zum Beispiel S\u00fcdafrika nach \u00d6sterreich transferiert. So soll die s\u00fcdafrikanische Studentin Thandi Malepe durch ihre T\u00e4tigkeiten im Sch\u00fcler*innenaufstand in Soweto 1976\/1977 ma\u00dfgeblich zur Etablierung der Anti-Apartheitsbewegung in \u00d6sterreich beigetragen haben. Ein Teil der Geschichte, den sich \u00d6sterreich und Uganda f\u00fcr immer teilen werden, h\u00e4ngt mit dem Gasthof \u201eZum gr\u00fcnen J\u00e4ger\u201c in Unterolberndorf (Nieder\u00f6sterreich) zusammen. 1985 trafen sich dort Mitglieder der Ugandischen Widerstandsbewegung \u201eNational Resistance Movement\u201c (NRM), um Grundlagen f\u00fcr ihre weiteren Pl\u00e4ne und die Pfeiler einer Regierung zu diskutieren. Dieses Treffen gilt als einer der Grundsteine f\u00fcr die tats\u00e4chlich gegl\u00fcckte Revolution in Uganda.<a href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> Einer der Teilnehmer von Unterolberndorf, Yoweri Kaguta Museweni, wurde sp\u00e4ter als Pr\u00e4sident vereidigt und kehrte als solcher 1994 f\u00fcr einen offiziellen Staatsbesuch in den Ort zur\u00fcck. Geholfen dieses Vorhaben umzusetzen haben einige Studierende mit Wurzeln in Uganda, die in \u00d6sterreich lebten. Im Rahmen eines Austauschprogrammes waren schon l\u00e4nger ugandische Studierende nach \u00d6sterreich gekommen, die unter anderem die Zeitschrift \u201eUganda Resistance News\u201c herausgaben.<a href=\"#_ftn10\">[10]<\/a><br><br>Anfangs ging es bei politischem Handeln von Schwarzen Akteur*innen der ersten Generation oft um Engagement f\u00fcr die jeweiligen afrikanischen Staaten, in denen ihre Wurzeln lagen. Allerdings \u00e4nderte sich dies und viele Themen rund um das Leben in \u00d6sterreich wurden diskutiert. Gem\u00e4\u00df der Forschung von Harald Waldrauch und Karin Sohler<a href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> wies Anfang der 2000er die afrikanische Minderheit die gr\u00f6\u00dfte Vereinsdichte nach den \u00d6sterreicher*innen auf. Allerdings konzentrierten sich viele dieser Vereine auf die Bereiche Kultur, Sport und gesellschaftliches Beisammensein und hatten au\u00dfer Beratungsangeboten wenige politische Ambitionen. Einzelne Personen der ersten Generation fielen dennoch durch ihre starken Positionen auf \u2013 sogar Menschen, die f\u00fcr politische \u00c4mter kandidierten, fanden sich immer wieder \u2013, hier spielt dann zunehmend auch die zweite Generation eine Rolle. Politische Akteur*innen waren zum Beispiel Sintayeho Tsehay (SP\u00d6), Damien Agbogbe (Die Gr\u00fcnen), Mike Chukwuma (Die Gr\u00fcnen) und Bright Oyairo Amenaghown (KP\u00d6) oder sp\u00e4ter Herman Nsambang (\u00d6VP Mauthausen) sowie derzeit unter anderem Beverly Allen-Stingeder (SP\u00d6 Puchenau), Mireille Ngosso (SP\u00d6 Wien), Faika El-Nagashi (Die Gr\u00fcnen, Bund) und Marie Edwige Hartig (Die Gr\u00fcnen Linz).<br> <br> <strong>Die zweite Generation<\/strong><br> <br>Ein wichtiger Verein, der als erstes Zeichen der politischen Aktivit\u00e4t der zweiten Generation gedeutet werden kann, war \u201ePamoja \u2013 Bewegung der jungen afrikanischen Diaspora\u201c, der 1996 gegr\u00fcndet wurde. Araba Evelyn Johnson-Arthur beschrieb die Verortung und den Namen des Vereins so: \u201eUnsere kulturelle Vielfalt l\u00e4sst sich weder national noch kontinental, d. h. einfach afrikanisch, ausdr\u00fccken. Da wir die Erfahrung des Lebens jenseits, au\u00dferhalb Afrikas miteinander teil(t)en und gleichzeitig unserer Verbundenheit zu anderen Teilen der afrikanischen Diaspora und unseren afrikanischen Wurzeln so Ausdruck verleihen konnten (&#8230;).\u201c<a href=\"#_ftn12\">[12]<\/a> Pamoja gelang es \u00fcber die Jahre, zu einer aktiven Stimme in \u00d6sterreichs zivilgesellschaftlicher Vereinslandschaft zu werden. Bereits 1998 brachte der Verein zusammen mit der Organisation Helping Hands eine \u201eKnow Your Rights\u201c-Brosch\u00fcre heraus, in der rechtliche Hilfestellungen im Umgang mit erlebten Rassismen aufgezeigt wurden. Au\u00dferdem entsteht aus Pamoja die Recherchegruppe Schwarze \u00d6sterreichische Geschichte, die zum Beispiel im Rahmen des Wiener Mozartjahres 2006 die Ausstellung \u201eVerborgene Geschichte\/n \u2013 Remapping Mozart\u201c umsetzte<a href=\"#_ftn13\">[13]<\/a>. Ziel war es, eine Art \u201eGegen-Geschichte\u201c zu verfassen, die einerseits als Reaktion auf die nicht ad\u00e4quate Darstellung Schwarzer Menschen in den Medien zu sehen ist und andererseits den Prozess eines sich entwickelnden Schwarzen \u00f6sterreichischen Selbstbildes zeigt. Pamoja blieb viele weitere Jahre ein fixer Bestandteil zahlreicher Projekte, Demonstrationen und Aktionen, die die \u00f6sterreichische Schwarze Bewegung in den letzten 25 Jahren pr\u00e4gten.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Die pl\u00f6tzliche Politisierung durch die Polizei<\/strong><br> <br>Im Jahr 1999 wurde der Nigerianer Marcus Omofuma im Rahmen eines Abschiebefluges von Polizisten mit Klebeb\u00e4ndern an den Sitz geschn\u00fcrt und ihm wurde der Mund verklebt. Infolge dieser Aktion starb er. Der Fall Omofuma l\u00f6ste eine \u00f6ffentliche Debatte zum Thema Polizeigewalt aus, in der die Polizisten als Opfer und Omofuma als T\u00e4ter inszeniert wurden. Proteste gegen diese Praxis der T\u00e4ter-Opfer-Umkehr und gegen Polizeigewalt, die allen voran von den afrikanischen Communities organisiert wurden, fanden statt. Ein Netzwerk aus 17 afrikanischen Vereinen gr\u00fcndete die Plattform African Community Network, an der Pamoja ma\u00dfgeblich beteiligt war. Am 8. Mai 1999 fand die erste gro\u00dfe, von den afrikanischen Communities selbstorganisierte Demonstration statt. NGOs und Verb\u00fcndete stellten sich den Communities zur Seite und bildeten eine ca. 3.000 Menschen umfassende Demo, die ausgehend von der Kettenbr\u00fcckengasse vier Stunden durch Wien zog, um gegen Polizeigewalt einzustehen und auf strukturellen Rassismus hinzuweisen. <br> <br>Ausgehend von dieser Demonstration gab es Ende Mai 1999 mit der Operation Spring eine gro\u00dfe Polizeiaktion, in der gezielt Schwarze Menschen ins Visier genommen und verhaftet wurden, oft ohne konkrete Beweise. Darauf folgte eine breite Medienkampagne, um Schwarze Menschen in den Augen der Bev\u00f6lkerung als Kriminelle zu diffamieren. 127 Afrikaner*innen wurden festgenommen. Darunter der Schriftsteller Ofoedu Charles, einer der Hauptorganisatoren der Demonstration am 8. Mai. Daraufhin kam es zu einer Monate andauernde Kampagne der Kronen Zeitung, im Rahmen derer Schwarze Menschen als kriminell und als Drogendealer gebrandmarkt wurden. Esp\u00e9rance-Fran\u00e7ois Ngayibata Bulayumi, wichtiger Akteur auch im Rahmen des Afro-Asiatischen Instituts, schrieb in seinem Buch \u201eDealer wider Willen? Wege afrikanischer Migrantinnen und Migranten nach\/in \u00d6sterreich\u201c von der Macht der Kronen Zeitung, die dieses kriminalisierende Bild schnell umdrehen k\u00f6nnte, wenn sie es denn wollen w\u00fcrde. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"537\" height=\"396\" src=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/DemoSeibani_c-simon_INOU.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3809\" srcset=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/DemoSeibani_c-simon_INOU.png 537w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/DemoSeibani_c-simon_INOU-300x221.png 300w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/DemoSeibani_c-simon_INOU-520x383.png 520w\" sizes=\"(max-width: 537px) 100vw, 537px\" \/><figcaption>DemoSeibani, 2003 \u00a9 simon INOU<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Doch ein paar Jahre sp\u00e4ter war der n\u00e4chste Fall von Gewalt gegen Afrikaner*innen vonseiten der Beh\u00f6rden zu verbuchen. 2003 war Cheibani (Sheibane) Wague Mitarbeiter im \u201eAfrikadorf\u201c, als er in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2003 unter den Ha\u0308nden und F\u00fc\u00dfen von Polizist*innen und Rettungssanit\u00e4ter*innen im Wiener Stadtpark starb. Wie schon beim Fall Omofuma wurde wochenlang in den Medien berichtet. W\u00e4hrend einige Medien das Geschehene verharmlosten, trugen andere Medien wie der Falter und der ORF ma\u00dfgeblich dazu bei, den Fall aufzuarbeiten, indem Videomaterial ver\u00f6ffentlicht wurde. Die Plattform Gerechtigkeit f\u00fcr Seibane wurde gegr\u00fcndet, welche Aufkl\u00e4rung und Konsequenzen forderte und noch Jahre danach aktiv blieb und den Prozess gegen die T\u00e4ter*innen kommentierte. Es fanden abermals Demonstrationen statt, eine erste unter dem Motto \u201eGegen den institutionellen Rassismus\u201c und mit folgenden Forderungen:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Kl\u00e4rung der\nstrafrechtlichen Konsequenzen aller Verantwortlichen<br>\n&#8211; Vollst\u00e4ndige Ver\u00f6ffentlichung des\nObduktionsberichtes<br>\n&#8211; sofortiger R\u00fccktritt des Innenministers<br>\n&#8211; ein wirksames Antidiskriminierungsgesetz<br>\n<br>\n<strong>Schwarze Frauen zeigen ihre Power<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ebenfalls 2003 gr\u00fcndete sich die Schwarze Frauen Community (SFC)<a href=\"#_ftn14\">[14]<\/a>, die seit jeher mit einem Empowerment-Ansatz arbeitet und es sich zum Ziel gesetzt hat, Schwarze Frauen, Schwarze Kinder und Jugendliche und die Eltern Schwarzer Kinder zu st\u00e4rken und zu beraten. Schwarze Frauen zu unterst\u00fctzen, ist ein wichtiger Aspekt in einer Gesellschaft, die von Rassismus und Sexismus gepr\u00e4gt ist. SFC wurde von Beatrice Achaleke und f\u00fcnf weiteren Frauen gegr\u00fcndet, mittlerweile wird der Verein von Esther Maria K\u00fcrmayr geleitet. Zusammen mit Afrikanet.info wurden Schritte gesetzt, um verst\u00e4rkt \u00f6ffentlichen Raum einzunehmen. Die Organisation betreibt derzeit im Besonderen eine sehr erfolgreiche Jugendgruppe, die vielf\u00e4ltige Projekte umsetzt. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"905\" height=\"596\" src=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/1stBlackEuropeanWomenCongress.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3808\" srcset=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/1stBlackEuropeanWomenCongress.png 905w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/1stBlackEuropeanWomenCongress-300x198.png 300w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/1stBlackEuropeanWomenCongress-768x506.png 768w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/1stBlackEuropeanWomenCongress-520x342.png 520w\" sizes=\"(max-width: 905px) 100vw, 905px\" \/><figcaption>1stBlackEuropeanWomenCongress, 2007 \u00a9 simon INOU<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Schwarze Frauen standen auch 2007 im Zentrum, denn der Verein AFRA \u2013 International Center for Black Women\u2019s Perspectives unter Beatrice Achaleke organisierte den 1st Black European Women Congress, der mit Teilnehmer*innen aus 16 EU-L\u00e4ndern und der Schweiz aufwarten konnte und sich mit der wichtigen politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Rolle von Schwarzen Frauen besch\u00e4ftigte. Eine Liste von Empfehlungen an die EU wurde verfasst, darunter zum Beispiel die Forderung nach in Antirassismus geschultem Personal an Schulen und in \u00f6ffentlichen Institutionen und der vermehrten Einstellung von Schwarzen Menschen oder die Forderung nach vermehrter politischer Einbindung von Schwarzen Frauen. Der Kongress war der erste seiner Art.<br> <br> <strong>Repr\u00e4sentation = fundierte Information<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Sichtbarkeit und die Entwicklung einer Stimme sind wichtige Werkzeuge, um gesellschaftliche Teilhabe einzuleiten, deshalb gr\u00fcndeten sich bereits in den 1960ern Schwarze Medien, um einerseits wichtige Informationen f\u00fcr die Zielgruppe \u2013 damals im Besonderen Studierende \u2013 bereitzustellen und andererseits Akzente in der Dekolonisation zu setzen. Di-Tutu Bukasa war mit seiner Bunten Zeitung, sp\u00e4ter Global Player, und den immigr\u00e9s sans papiers bei verschiedenen Aktivit\u00e4ten federf\u00fchrend, die Sport, politische und menschenrechtliche Anliegen verbinden. <br> <br>Generell wurden in den 1990er-Jahren immer mehr Schwarze Medien gegr\u00fcndet, die sich mit dem Leben von Schwarzen Menschen in \u00d6sterreich, dem problematischen Afrikabild und dem Blickwinkel auf Themen im Zusammenhang mit Afrika auseinandersetzten und eine Selbsterm\u00e4chtigung von Schwarzen Journalist*innen darstellten. 1997 wurde Radio Afrika gegr\u00fcndet. Dieses Medium und das daraus entstandene Print-\u00c4quivalent \u201eTrib\u00fcne Afrikas\u201c konnte besonders unter Alexis Nshimyimana-Neuberg, Samuel Ogbonna und simon INOU Erfolg erlangen. INOU gr\u00fcndete sp\u00e4ter <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"M-Media (opens in a new tab)\" href=\"http:\/\/www.m-media.or.at\/\" target=\"_blank\">M-Media<\/a> einen Verein zur F\u00f6rderung der interkultureller Medienarbeit als Teil der \u00f6sterreichischen Medien und Medieninstitutionen und war ma\u00dfgeblich an der Internetpr\u00e4senz von <a href=\"https:\/\/www.afrikanet.info\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Afrikanet (opens in a new tab)\">Afrikanet<\/a> beteiligt. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"463\" src=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/KampagneBlackAustria-1024x463.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3810\" srcset=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/KampagneBlackAustria-1024x463.png 1024w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/KampagneBlackAustria-300x136.png 300w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/KampagneBlackAustria-768x347.png 768w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/KampagneBlackAustria-520x235.png 520w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/KampagneBlackAustria.png 1961w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>KampagneBlackAustria, 2007 \u00a9 simon INOU<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein Projekt, das daraus entstand und viele weitere Unterst\u00fctzer*innen fand, war die Kampagne \u201eBlack Austria\u201c, die auf die Vorurteile gegen\u00fcber Schwarzen Menschen reagierte und versuchte, sie aus dem Weg zu r\u00e4umen. 2014 gr\u00fcndete INOU, zusammen mit Clara Akinyosoye und vielen weiteren jungen Afro\u00f6sterreicher*innen, das Magazin fresh \u2013 Black Austrian Lifestyle. 2018 fand unter der Leitung von fresh das erste Black Austrian Youth Forum statt, das den Ist-Stand zur Situation junger Schwarzer Menschen aufzeigte und W\u00fcnsche an Politik und Gesellschaft formulierte.<br>  <br><strong>So geht es #nichtmituns<br> <br> <\/strong>Zahlreiche Initiativen und Projekte werden immer wieder gegr\u00fcndet, um sich mit den kolonialen Bildern zu besch\u00e4ftigen, die in unserer Gesellschaft nach wie vor stark vorhanden sind. 2007 entstand rund um Toledo i Dertschei, simon INOU und Markus Wailand zum Beispiel das Projekt \u201eMein Julius\u201c<a href=\"#_ftn15\">[15]<\/a>, welches sich mit der problematischen Figur des Meinl-M***s auseinandersetzt. Grunds\u00e4tzlich werden von vielen Vertretern Schwarzer Menschen in \u00d6sterreich Produkte mit Namen wie M*** im Hemd, M*****-Bier und N-Wort-Brot immer wieder aufgrund der diskriminierenden Sprache und des oft rassistischen Logos kritisiert.<br> <br>In den letzten Jahren trat der Aspekt eines Schwarzen Bewusstseins stark in den Vordergrund, der Bezug auf Nationalstaaten reduzierte sich. Im Besonderen muss hier die zweite Generation genannt werden, die in den meisten F\u00e4llen den Ansto\u00df zur Diskussion liefert. Genannt werden kann hier etwa der Protest gegen den Verkauf von menschlichen \u00dcberresten im Wiener Dorotheum im Jahr 2017. Versucht wurde, zahlreiche rituelle Gegenst\u00e4nde aus Gegenden mit Kolonialgeschichte \u2013 neben Afrika waren auch asiatische und lateinamerikanische Gebiete betroffen \u2013 preisg\u00fcnstig an Privatpersonen zu versteigern. Mit Hilfe einer Mobilisierung auf Social Media gelang es jungen Schwarzen Personen, den Verkauf zu verhindern. Doch die Besch\u00e4ftigung mit der R\u00fcckgabe afrikanischer Kulturg\u00fcter und ritueller Gegenst\u00e4nde ist nicht erst seit ein paar Jahren Thema und wird nicht alleine durch die zweite Generation getragen. Bereits seit einiger Zeit gibt es immer wieder Proteste. Mit diesem Thema besch\u00e4ftigt sich au\u00dferdem besonders Kwame Opoku, ehemaliger Rechtsberater der UN in Wien, und ver\u00f6ffentlichte dazu viele Texte \u2013 zum Beispiel zur Ausstellung \u201eBenin \u2013 K\u00f6nige und Rituale\u201c im Jahr 2007 im Museum f\u00fcr V\u00f6lkerkunde Wien.<a href=\"#_ftn16\">[16]<\/a> Es ist also ein Kampf, der von der zweiten Generation weitergef\u00fchrt wird.<br> <br>Unter dem Hashtag #nichtmituns erlebte der Widerstand gegen Racial Profiling im Sommer 2018 einen erneuten H\u00f6hepunkt, nachdem ein solches Vorgehen von Wiener Polizisten in Wien Neubau gegen eine Gruppe junger Schwarzer M\u00e4nner bekannt wurde. Die Eingliederung der #nichtmituns-Proteste in die ab Herbst 2018 wieder stattfindenden Donnerstagsdemos gegen die schwarz-blaue Regierung gab dieser Bewegung ebenfalls Zulauf von nicht Betroffenen, die sich einsetzen wollen.<br> <br>Ebenso versammelten sich Menschen, um die Entscheidung des Burgtheaters zu kritisieren, als Werbung f\u00fcr das St\u00fcck \u201eKampf des N-Wort und der Hunde\u201c das N-Wort in der Stadt zu plakatieren<a href=\"#_ftn17\">[17]<\/a>. Auch Proteste, die die Situationen am afrikanischen Kontinent ansprachen, entstanden, zum Beispiel als die Praxis des Sklavenhandels in Libyen bekannt wurde. Hier schloss sich Wien den Protesten in anderen europ\u00e4ischen Gro\u00dfst\u00e4dten wie Paris an.<br> <br><strong>Nichts steht still<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zahlreiche Kunstprojekte wie das durch Poetry gepr\u00e4gte Bodies of Knowlege, die visuelle Komponente von Series:Black oder Ausstellungen und Spaces wie WeDey integrieren k\u00fcnstlerischen Anspruch und politische Message. Safe Spaces wurden geschaffen, die es Schwarzen Menschen erlauben, sich untereinander auszutauschen. Weitere Vereine mit speziellem Fokus gr\u00fcndeten sich in weiterer Folge, wie zum Beispiel Afro Rainbow Austria<a href=\"#_ftn18\">[18]<\/a>. ARA ist ein Space f\u00fcr die LGBTQIA+ Community mit afrikanischem Erbe, die zus\u00e4tzlich zu diversen Freizeitaktivit\u00e4ten f\u00fcr die Anerkennung ihrer Mehrfachdiskriminierung eintritt. Erst relativ kurz am Parkett befindet sich der Verein ADOE, der ebenso vorhat, jungen Schwarzen Menschen aus der Diaspora eine Vernetzungsm\u00f6glichkeit zu bieten. Die j\u00fcngste politische Entwicklung in Sachen gesellschaftliche Teilhabe Schwarzer Menschen ist das Projekt Advancing Equality Within The Austrian School System (AEWTASS), welches versucht, das oftmals noch sehr negative Afrikabild im Bildungswesen zu ver\u00e4ndern und Diversit\u00e4t auch in den Inhalten zeigen will. Viele Projekte, Bewegungen, Vereine, Aktionen, Bewegungen und Einzelpersonen, die essentiell wichtig waren, um Schwarze Menschen sichtbar zu machen und ihre Stimme h\u00f6rbar zu machen, k\u00f6nnen hier aus Platzmangel leider nicht erw\u00e4hnt werden. Sicher ist, dass hier viele weitere Namen aufscheinen m\u00fcssten.<br> <br>In Anbetracht der momentan politischen und gesellschaftlichen Stimmung, in der Rassismus zunimmt und immer akzeptierter wird, ist es f\u00fcr Schwarze Menschen wichtig, ihre Geschichte zu erz\u00e4hlen und \u00f6ffentlich Ma\u00dfnahmen zu entwickeln, die das immer noch vorherrschende Bild von Schwarzen Menschen \u00e4ndern. Mit einer immer selbstbewusster werdenden und wachsenden Schwarzen Minderheit wird es zahlreiche weitere Projekte, Aktionen und Bewegungen geben, die nicht aufgeben, bis das Ziel &nbsp;der Gleichberechtigung, der Repr\u00e4sentation, der Reflexion des Kolonialismus, der R\u00fcckgaben und vieles mehr erreicht ist.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\n<strong>Timeline<\/strong><br>\n<br>\n1959 Gr\u00fcndung des Afro-Asiatischen Instituts<\/p>\n\n\n\n<p>1963 Eine Gruppe\npolitisch aktiver nigerianischer Studierender aus Sofia wird in Wien\naufgenommen, sie \u00e4u\u00dfern sich in den Medien \u00fcber ihre\nDiskriminierungserfahrungen<br>\n<br>\n1964 Gr\u00fcndung der ersten afrikanischen Vereine mit verschiedenen Interessen,\nwie Ghana Students Union, Nigerian Students Union of Austria, Pan-African\nStudents Union of Austria<br>\n<br>\n1979 Protestaktionen der African\nTaxi drivers living in Austria (ATA)<\/p>\n\n\n\n<p>1985 Wegbereitung f\u00fcr die Demokratie in Uganda durch das Treffen des \u201eNational Resistance Movement\u201c in Unterolbendorf in Nieder\u00f6sterreich<br> <br> 1996 Pamoja \u2013 Bewegung der jungen afrikanischen Diaspora wird gegr\u00fcndet<\/p>\n\n\n\n<p>1997 Radio Afrika wird gegr\u00fcndet (2000 folgt das Print-\u00c4quivalent Trib\u00fcne Afrikas)<br> <br> 1998 Die erste Brosch\u00fcre f\u00fcr Betroffene von Rassismus wird von Pamoja &amp; Helping Hands herausgegeben<br> <br> 1999 Tod von Marcus Omofuma begleitet von zahlreichen Protesten der afrikanischen Communities Operation Spring und eine gezielte Medienkampagne gegen Menschen mit afrikanischen Wurzeln<\/p>\n\n\n\n<p>2000 Gr\u00fcndung der Bunten Zeitung (sp\u00e4ter Global Player)<br> <br>2003 Der Tod von Cheibani (Sheibane) Wague l\u00f6st eine erneute Debatte zum Thema Gewalt durch \u00f6ffentliche Beh\u00f6rden aus und die Plattform Gerechtigkeit f\u00fcr Seibane wird gegr\u00fcndet, die Aufkl\u00e4rung und Konsequenzen fordert Gr\u00fcndung der Schwarze Frauen Community<br><\/p>\n\n\n\n<p>2004 Gr\u00fcndung der Plattform Afrikanet f\u00fcr Informationen \u00fcber das Leben von Menschen afrikanischer Herkunft in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz<\/p>\n\n\n\n<p>2007 Der First Black European Women\u2019s Congress wird von AFRA \u2013 International Center for Black Women&#8217;s Perspectives (Vienna) initiiert und die Kampagne \u201eBlack Austria\u201d wird gelauncht<\/p>\n\n\n\n<p>2010 Ver\u00f6ffentlichung \u201eLagebericht Schwarze Menschen in \u00d6sterreich 2009\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>2011 Lagebericht \u201eSchwarze Menschen in \u00d6sterreich 2010\u201c<br> <br> 2014 Das Medium fresh \u2013Black Austrian Lifestyle wird gegr\u00fcndet und Protest gegen ein St\u00fcck bei den Wiener Festwochen wegen Blackfacing &amp; rassistischen Bildern <br> <br> 2017 Protest gegen den Verkauf von menschlichen \u00dcberresten vor dem Dorotheum ud Gr\u00fcndung Afro Rainbow Austria<br> <br> 2018 #nichtmituns, eine Allianz gegen Racial Profiling und die Afrikanische Diaspora Austria (ADOE) wird gegr\u00fcndet<\/p>\n\n\n\n<p>2019 Projekt\nAdvancing Equality Within The Austrian School System (AEWTASS) thematisiert Diskriminierung\ngegen Schwarze Menschen im Bildungswesen<\/p>\n\n\n\n<p><br> <strong>Quellen und Links:<br> <br> <\/strong>Adler Tal (Hg.), Rohrbach Philipp (Hg.), Wahl Niko (Hg.), Schwarz\u00d6sterreich. Die Kinder afroamerikanischer Besatzungssoldaten (2016)<\/p>\n\n\n\n<p>Bulayumi Esp\u00e9rance-Fran\u00e7ois Ngayibata, Dealer wider Willen? Wege afrikanischer Migrantinnen und Migranten nach\/in \u00d6sterreich (2009)<\/p>\n\n\n\n<p>Chuckwubuike Walter Ajaegbu, Afrikanische Organisationen in Wien, unver\u00f6ffentlichte Studie im Auftrag des \u00d6GB (2000)<\/p>\n\n\n\n<p>fresh \u2013 Black Austrian Lifestyle, derzeit unter <a href=\"https:\/\/o94.at\/programm\/sendereihen\/freshvibes\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Radio Orange  (opens in a new tab)\">Radio Orange <\/a><\/p>\n\n\n\n<p>INOU simon (Hg.), Beatrice Achaleke (Hg.), Schwarze Menschen in \u00d6sterreich Lagebericht \u2013 Jahresbericht 2010 (2011<\/p>\n\n\n\n<p>Johnston-Arthur Araba Evelyn, Die junge Afrikanische Diaspora in \u00d6sterreich. In: Kumpfm\u00fcller Karl A. (Hg.), Europas langer Schatten \u2013 Afrikanische Identit\u00e4ten zwischen Selbst- und Fremdbestimmung (2000)<br> <br> <a rel=\"noreferrer noopener\" label=\"No.racism.at (opens in a new tab)\" href=\"http:\/\/no-racism.net\/\" target=\"_blank\" class=\"broken_link\">No.racism.at<\/a><br> <br> <a href=\"http:\/\/www.radioafrika.net\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Radio Afrika.net (opens in a new tab)\">Radio Afrika.net<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Sauer Walter, Spanbauer Vanessa, Blackening Vienna \u2013 Aspekte afrikanischer Pr\u00e4senz in Wien seit 1918 (2019)<br> <br>Sauer Walter (Hg.), Von Soliman zu Omofuma \u2013 Afrikanische Diaspora in \u00d6sterreich 17. bis 20. Jahrhundert (2007)<\/p>\n\n\n\n<p>Sohler Karin, Waldrauch Harald,\nMigrantenorganisationen in der Gro\u00dfstadt. Entstehung, Strukturen und\nAktivit\u00e4ten am Beispiel Wien (2004)<br>\n<br>\nUnterweger Claudia, Talking Back \u2013 Strategien Schwarzer \u00f6sterreichischer\nGeschichtsschreibung (2016)<br><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Eine kurze Aufarbeitung ihrer Geschichte findet sich unter <a href=\"https:\/\/remapping-mozart.trafo-k.at\/htm\/konfig3\/josephine\/sub02.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Remapping Mozart (opens in a new tab)\">Remapping Mozart<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Adler Tal (Hg.), Rohrbach Philipp (Hg.), Wahl Niko (Hg.),\nSchwarz\u00d6sterreich. Die Kinder afroamerikanischer Besatzungssoldaten (2016).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Sauer Walter, Spanbauer\nVanessa, Blackening Vienna \u2013 Aspekte afrikanischer Pr\u00e4senz in Wien seit 1918\n(2019).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Walter Sauer erw\u00e4hnt in seinem Werk \u201eVon Soliman zu Omofuma\u201c hier einen\nRedakteur des Mediums \u201eDie Presse\u201c, der einen Neuank\u00f6mmling aus Sierra Leone\nbei der Zimmersuche begleitet, die in sechs von sechs F\u00e4llen mit einer\nfadenscheinig begr\u00fcndeten Ablehnung der Vermieter f\u00fcr den Suchenden endet.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Mehr Infos unter <a href=\"http:\/\/www.gastarbajteri.at\/im\/107105950479\/107459990277\/106268284559.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Gastarbajteri. 40 Jahre Arbeitsmigration (opens in a new tab)\">Gastarbajteri. 40 Jahre Arbeitsmigration<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Weitere Entwicklungen in Sauer Walter (Hg.), Von Soliman zu Omofuma\n\u2013 Afrikanische Diaspora in \u00d6sterreich 17. bis 20. Jahrhundert (2007).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Die Ziele sind nachzulesen unter: <a href=\"http:\/\/ghanaunion.yolasite.com\/\ufeff\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Union of ghanaian nationals in Austria (opens in a new tab)\">Union of ghanaian nationals in Austria<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.sadocc.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"sadoc - Dokumentations- und Kooperationszentrum S\u00fcdliches Afrika (opens in a new tab)\">sadoc &#8211; Dokumentations- und Kooperationszentrum S\u00fcdliches Afrika<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.austria-uganda.at\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"\u00d6sterreichisch-Ugandische Freundschaftsgesellschaft (opens in a new tab)\">\u00d6sterreichisch-Ugandische Freundschaftsgesellschaft<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Ein kleiner Teil dieser Geschichte wird auch in der Ausstellung im\nHaus der Geschichte \u00d6sterreich erz\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Sohler Karin, Waldrauch Harald, Migrantenorganisationen in der\nGro\u00dfstadt. Entstehung, Strukturen und Aktivit\u00e4ten am Beispiel Wien (2004).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> Johnston-Arthur Araba Evelyn, Die junge Afrikanische Diaspora in\n\u00d6sterreich In: Kumpfm\u00fcller Karl&nbsp;A. (Hg.), Europas langer Schatten \u2013\nAfrikanische Identit\u00e4ten zwischen Selbst- und Fremdbestimmung (2000).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> <a href=\"https:\/\/remapping-mozart.trafo-k.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Remapping Mozart\ufffc (opens in a new tab)\">Remapping Mozart<a href=\"http:\/\/trafo-k.at\/remapping-mozart\/htm\/konfig3\/01-main\/index.htm\"><\/a><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.schwarzefrauencommunity.at\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Schwarze Frauencommunity (opens in a new tab)\">Schwarze Frauencommunity<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref15\">[15]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.meinjulius.at\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Mein Julius (opens in a new tab)\">Mein Julius<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref16\">[16]<\/a> <a href=\"https:\/\/igkultur.at\/artikel\/benin-kings-and-rituals\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"IG-Kultur \u00d6sterreich (opens in a new tab)\">IG-Kultur \u00d6sterreich<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref17\">[17]<\/a> Weitere Informationen unter: <a href=\"https:\/\/wienerin.at\/gastbeitrag-das-n-wort-im-burgtheater-und-warum-kunst-das-nicht-darf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Wienerin.at (opens in a new tab)\">Wienerin.at<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref18\">[18]<\/a> <a href=\"https:\/\/afrorainbow.at\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"AfroRainbowAustria (opens in a new tab)\">AfroRainbowAustria<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p><em><strong>Vanessa Spanbauer<\/strong> ist Historikerin und seit 2010 als Journalistin t\u00e4tig. Sie wurde Ende 2016 mit der Chefredaktion des Magazins fresh \u2013 Black Austrian Lifestyle betraut. Dar\u00fcber hinaus war sie Teil des Projektteams von \u201eLost in Administration. Die Geschichte der Kinder afroamerikanischer GIs in \u00d6sterreich\u201c (Universit\u00e4t Salzburg) und Mitarbeiterin des Projekts \u201eBlackening Vienna. Aspekte afrikanischer Pr\u00e4senz in Wien seit 1918\u201c. Au\u00dferdem arbeitet sie im Bereich der Digitalen Kommunikation &amp; \u00d6ffentlichkeitsarbeit.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schwarze Menschen in \u00d6sterreich stellen eine Minderheit dar, die oft nicht als solche wahrgenommen wird \u2013 denn es gibt weder statistische Zahlen, um wie viele Personen es sich handelt, noch eine klare Vertretung, die alle miteinschlie\u00dft. 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