{"id":6496,"date":"2023-10-13T20:30:22","date_gmt":"2023-10-13T18:30:22","guid":{"rendered":"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/?p=6496"},"modified":"2023-10-13T20:32:47","modified_gmt":"2023-10-13T18:32:47","slug":"doron-rabinovici-das-ist-der-moment-um-farbe-zu-bekennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/index.php\/2023\/10\/doron-rabinovici-das-ist-der-moment-um-farbe-zu-bekennen\/","title":{"rendered":"<a href=\"https:\/\/www.imblog.at\/doron-rabinovici-das-ist-der-moment-um-farbe-zu-bekennen\/\">Doron Rabinovici: Das ist der Moment, um Farbe zu bekennen<\/a>"},"content":{"rendered":"\n<p>Dieser Beitrag ist am 9.10.2023 im <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.falter.at\/zeitung\/20231009\/ddas-ist-der-moment-um-farbe-zu-bekennen\" target=\"_blank\">FALTER<\/a> erschienen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wer angesichts der Aufnahmen aus Israel die Untaten der Hamas durch den Verweis auf die israelische Besatzung relativiert, verteidigt die Massenm\u00f6rder.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"627\" height=\"480\" src=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Doron-Rabinovici-4C_0337.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6497\" srcset=\"https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Doron-Rabinovici-4C_0337.jpeg 627w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Doron-Rabinovici-4C_0337-300x230.jpeg 300w, https:\/\/initiative.minderheiten.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Doron-Rabinovici-4C_0337-520x398.jpeg 520w\" sizes=\"(max-width: 627px) 100vw, 627px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9 Lukas Beck<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Fernab meiner N\u00e4chsten in Israel bin ich ihnen in diesen Tagen n\u00e4her noch als sonst. Ich folge den hebr\u00e4ischen Sondersendungen. Ich vergrabe mich in die sozialen Medien. Ich h\u00f6re von j\u00fcdischen Bekannten, dessen Angeh\u00f6rige umgebracht wurden. Alle sorgen sich um ihre Liebsten. Ich rufe meine Verwandten an. Mein Bruder, ein Arzt, berichtet mir von den Verwundeten im Krankenhaus, von vielen, die mit Kopfschuss eingeliefert werden. Die Dschihadisten fielen \u00fcber ein Trance-Festival her, um wahllos Menschen abzuschlachten. Unter den zahllosen Toten, sagt mein Bruder, ist der Sohn seines Kollegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hamas schickte Mordbanden \u00fcber die Grenze, um Unschuldige zu t\u00f6ten. Zu Hunderten zogen sie los, drangen mitten am Feiertag in j\u00fcdische D\u00f6rfer und St\u00e4dte ein. Sie erschossen, wen immer sie auf der Stra\u00dfe trafen. Sie brachen in Wohnungen ein. Sie gingen von einem Haus zum n\u00e4chsten. Die M\u00f6rder klopften an die T\u00fcren der Bunker, hinter denen sich Kinder, Eltern, Alte verschanzt hatten. Sie rotteten ganze Familien aus. Sie nahmen Manche als Geiseln mit. Sie vergewaltigten Frauen. Sie drehten von all dem Filme. Sie riefen dabei unentwegt: \u201eAllahu Akbar\u201c. Sie sch\u00e4ndeten die Leichen, luden sie auf Pickup Trucks, um mit ihren Waffen auf den halbnackten Toten thronend in Gaza einzufahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Nichts davon ist ein legitimer Kampf. Die Hamas regiert \u00fcber ein Gebiet und unterh\u00e4lt eine Armee mit Waffen und Uniformen. Ihre Raketen sollen zivile Orte treffen. Von Kriegsverbrechen ist hier zu sprechen und sie sind nicht nur ein Mittel zum Zweck, sind kein Kollateralschaden, der versehentlich entstand oder in Kauf genommen wird. Das Kriegsverbrechen ist das eigentliche Ziel. Die eigene Bev\u00f6lkerung wird zum Schutzschild des Terrorregimes, das sie unterdr\u00fcckt. Die Massaker an Juden werden nicht geleugnet, sondern zelebriert. Alles wird auf den Videos der Hamas festgehalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer jetzt angesichts der Aufnahmen diese Untaten durch den Verweis auf die israelische Besatzung relativiert, verteidigt die Massenm\u00f6rder. Zweifellos kann nicht wenig an israelischer Politik kritisiert werden, aber nichts rechtfertigt das Vorgehen der Hamas.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend in Israel die Dschihadisten noch mordeten, zogen in Wien \u2013 aber auch in anderen europ\u00e4ischen St\u00e4dten \u2013 schon ihre politischen Anh\u00e4nger durch die Stra\u00dfen. Sie, die gerne vorgeben, das Leid des pal\u00e4stinensischen Volkes lindern zu wollen, feierten wieder einmal offen das Abschlachten j\u00fcdischer Menschen, und \u2013 tats\u00e4chlich \u2013 sind es j\u00fcdische Einrichtungen in der Diaspora \u2013 Synagogen, Schulen, Gemeindezentren \u2013 die an solchen Tagen ins Visier des Hasses und des Terrors geraten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist der Moment, da es gilt, jenseits der Sonntagsreden und Erinnerungsrituale Farbe zu bekennen. Der Kampf gegen Antisemitismus kann nicht redlich gef\u00fchrt werden, ohne f\u00fcr das Existenzrecht und die Sicherheit Israels und seiner Zivilgesellschaft einzustehen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p>Doron Rabinovici ist Schriftsteller und lebt in Wien. Zuletzt erschien bei Suhrkamp <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/shop.falter.at\/detail\/9783518430590\/die-einstellung\" target=\"_blank\">Die Einstellung<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Beitrag ist am 9.10.2023 im FALTER erschienen. Wer angesichts der Aufnahmen aus Israel die Untaten der Hamas durch den Verweis auf die israelische Besatzung relativiert, verteidigt die Massenm\u00f6rder. 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