Über die Initiative Minderheiten

Die Initiative Minderheiten wurde 1991 von Aktivist_innen als gemeinnütziger Verein gegründet. Ausgegangen ist die Idee von Michael Örtl aus Innsbruck, der mit den Mitstreiter_innen Ursula Hemetek, Vladimir Wakounig, Erwin Riess, Helga Pankratz, Waltraud Riegler, Franjo Schruiff, Beate Eder-Jordan u. a. einen minderheitenübergreifenden Ansatz verfolgte. Dieser Ansatz inkludiert sowohl die österreichischen Volksgruppen als auch Migrant_innen und Geflüchtete, LGBTIQ’s und Menschen mit Behinderung und unterstützt ein gemeinsames politisches Handeln von Minderheiten- und Mehrheitsangehörigen. Die Bildung von minoritären Allianzen  – ein Begriff, den die Initiative Minderheit prägte und der über einen identitätspolitischen Ansatz hinausgeht – war Anfang der 1990er Jahre in Österreich keine Selbstverständlichkeit. Die Bündelung der gemeinsamen Kräfte zielt darauf ab, auf ähnliche Diskriminierungsformen aufmerksam zu machen, um gemeinsam gegen Rassismus, Homophobie, Antiziganismus und Antisemitismus vorzugehen.

Die Initiative Minderheiten arbeitet im Bereich Erwachsenenbildung, führt Kulturprojekte durch, organisiert Veranstaltungen und Tagungen und verfügt über jeweils ein Büro in Wien und in Innsbruck.

Minderheitengerechte Gesellschaft

Die Initiative Minderheiten tritt ein für eine minderheitengerechte Gesellschaft, in der individuelle Lebensentwürfe unabhängig von Merkmalen wie ethnischer, sozialer oder religiöser Zugehörigkeit, sexueller Orientierung und Behinderung als gleichberechtigt und gleichwertig anerkannt sind. Eine Gesellschaft ist nur dann minderheitengerecht, wenn sie die verschiedenen Lebensentwürfe gleichmäßig und gerecht ermöglicht und fördert.

Definition des Begriffes Minderheit

Eine Minderheit bilden Personen, die aufgrund ihrer ethnischen, sozialen oder religiösen Zugehörigkeit oder sexuellen Orientierung Diskriminierung erfahren. Diskriminierung ist politisch als Ausschluss von bestimmten Rechten zu sehen, sozial als die Erfahrung von Vorurteilen und Ausgrenzungen. Dazu gehören in Österreich unter anderem die gesetzlich anerkannten Volksgruppen, Migrant_innen, Asylwerber_innen und Geflüchtete, LGBTIQs und Menschen mit Behinderung. Die Grundlage für diese Definition ist nicht die geringere Zahl der Gruppenmitglieder, sondern ihre geringere Macht gegenüber einer hegemonialen Mehrheit. Diese Betonung der gemeinsamen Anliegen blendet die Unterschiede, die verschiedenen Anliegen, Probleme und Bedürfnisse der einzelnen Gruppen nicht aus.

Zusammenarbeit und Vernetzung

Das Ziel der Initiative Minderheiten ist die Bildung von minoritäre Allianzen, um gesellschaftspolitische Anliegen durchzusetzen. Der Verein kooperiert eng mit Organisationen und Einzelpersonen aus dem Minderheitenbereich und orientiert sich an deren Bedürfnissen. Die Initiative Minderheiten hat aufgrund ihrer Struktur, ihrer Ressourcen und ihrer Erfahrung die Kompetenz und somit die Verantwortung als Plattform, Netzwerk und Vermittler_in in das gesellschaftliche und politische Geschehen in Österreich einzugreifen, um dem Ziel einer minderheitengerechten Gesellschaft näherzukommen.