50 Jahre Anwerbeabkommen Österreich – Türkei

Am 15. Mai 1964 wurde das Abkommen zwischen Österreich und der Türkei über die Anwerbung türkischer Arbeitskräfte und deren Beschäftigung in Österreich unterzeichnet. Es war eines von insgesamt drei Anwerbeabkommen, die Österreich im Laufe der 1960er Jahre unterzeichnen sollte. Zeitgenössischen Kommentator_innen zufolge, stellte das Inkrafttreten des Abkommens mit der Türkei „das nachträglich geschaffene Legalfundament eines seit geraumer Zeit bestehenden de facto-Zustandes dar“, denn schon seit Beginn der 1960er Jahre hatten aus der Türkei kommende Arbeiter_innen Beschäftigung in Österreich gefunden.

Frühjahr 2014: 50 Jahre nach der Unterzeichnung des zwischenstaatlichen Abkommens, das bis heute von keinem der Vertragspartner offiziell annulliert worden ist, leben in Österreich knapp 250.000 Menschen, die selbst oder deren Eltern oder Großeltern in der Türkei geboren wurden. Und diese „Türken“ haben heute nicht unbedingt das Gefühl, in diesem Lande willkommen zu sein.

Das Projekt war ein Versuch, die Anfänge der Geschichte der Arbeitsmigration in Plakaten aufleben zu lassen, die Originalzitate aus den Jahren 1962 bis 1964 abbildeten: Zeitungsschlagzeilen, Anforderungsprofile für Arbeitskräfte, einen Auszug aus dem Beschwerdebrief eines angeworbenen Arbeiters.

  • Ein Projekt von Vida Bakondy und Gamze Ongan für die Initiative Minderheiten in Kooperation mit dem Archiv der Migration
  • Grafik: Beatrix Bakondy © Initiative Minderheiten