Roma-Bildungsprojekte

Inklusive Bildungsprojekte mit der Zielgruppe Roma und Sinti standen zwischen 2010–2016 im Mittelpunkt des Erwachsenenbildungsangebots der Initiative Minderheiten. Gemeinsam mit der Projektleitung erhob eine Gruppe von Roma und Sinti die Bildungssituation von autochthonen und allochthonen Roma Angehörigen in Österreich. Die Ergebnisse wurden im Rahmen eines Studienberichts einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht.

„Roma an die Universität!“

Am Beginn stand das Projekt „Roma an die Universität!“, das zwischen 2010 und 2012 von der Initiative Minderheiten in Kooperation mit dem Romano Centro, dem Verein Roma-Service und der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung durchgeführt und mit einer Podiumsdiskussion im ORF KulturCafe abgeschlossen wurde. Im Zentrum dieses Projekt stand die Frage „Was braucht es, damit auch Roma höhere Bildung erreichen können und welche Veränderungswünsche haben Angehörige der Community selbst?“ Im Zuge dieses Projekts formierte sich eine Gruppe von Roma und Sinti, die in der Folge am ESF-Projekt ROMBAS teilnahm, welches die Initiative Minderheiten initiierte und in Zusammenarbeit mit dem Romano Centro, dem Verein Roma-Service, der ÖGPB und den Wiener Volkshochschulen in den Jahren 2013 und 2014 durchführte.

ROMBAS Team
© Sabine Schwaighofer / Initiative Minderheiten

ROMBAS – Roma Bildungs- und Ausbildungsstudie

ROMBAS verfolgte das Ziel, die vergangene und gegenwärtige Bildungssituation von in Österreich lebenden Roma und Sinti näher zu erforschen. Dazu wurden in Workshops mit der Projektgruppe die Erhebungsmethoden für eine Bildungsstudie entwickelt und die Durchführung und Auswertung der Studie begleitet. Die Bildungsstudie befasste sich mit förderlichen und hinderlichen Merkmalen im Bildungsverlauf von Roma und Sinti unterschiedlicher Generationen und deren Auswirkungen. Die mittels eines inklusiven Forschungsansatzes durchgeführten 125 qualitativen Interviews und quantitativen Erhebungen wiesen auf maßgebliche Veränderungen betreffend den Bildungszugang und die Bildungsbeteiligung von autochthonen und allochthonen Roma im Verlauf der Generationen hin. Es wurde deutlich, dass trotz verbesserter Bildungslage das formale Bildungsniveau von Roma und Sinti im Vergleich zur Gesamtbevölkerung nach wie vor niedriger ist. Der am Ende des Projekts veröffentlichte Studienbericht gibt Aufschlüsse darüber, welche Bedeutung dabei der Schule, dem Elternhaus, den sich wandelnden gesellschaftlichen Verhältnissen und der ethnischen Zugehörigkeit der Befragten zukommt und beinhaltet entsprechende bildungspolitische Empfehlungen zu Maßnahmen, welche die Bildungs- und Ausbildungssituation der Zielgruppe verbessern helfen sollen.

Öffentlichkeitsarbeit und Weiterqualifizierung von Roma-Angehörigen

Nach Präsentation des Studienberichts bei der Roma-Dialogplattform im Bundeskanzleramt im Februar 2015, fanden in den Jahren 2015 und 2016 Workshops mit dem ROMBAS-Team an der Initiative Minderheiten statt, die der Weiterqualifizierung von Roma-Angehörigen dienten, welche in der Folge Schulungstätigkeiten im Erwachsenenbildungsbereich anbieten sollten. Dabei wurden die Ergebnisse der Studie an Einrichtungen der Erwachsenenbildung und anderen öffentlichen Institutionen und Vereinen von Mitgliedern des ROMBAS-Teams präsentiert und mit den TeilnehmerInnen diskutiert, in welchen Bereichen Maßnahmen und Initiativen gesetzt werden können, die der Bildungsbenachteiligung von Roma und Sinti entgegenwirken können.

Anerkennung für ROMBAS – Projekt

Im Buch „Das soziale Gesicht Europas – 20 Jahre ESF in Österreich“, welches die Vielfalt der aus Mitteln des Europäischer Sozialfonds (ESF) geförderten Projekte präsentiert und die verschiedenen Erfolgsgeschichten und Perspektiven der Menschen in den Fokus stellt, die daran teilnahmen, ist die inklusive Bildungsstudie über Roma und Sinti in Österreich (ROMBAS) eines der 20 für diese Publikation ausgewählten Projekte. 


Broschüre: Das soziale Gesicht Europas. 20 Jahre Europäischer Sozialfonds in Österreich

Rombas-Studie

  • Hg.: Mikael Luciak für die Initiative Minderheiten, 2014
  • Gefördert aus Mitteln des bmbwf und esf