Veranstaltung: 35 Jahre Initiative Minderheiten und Zeitschrift STIMME | 16.06.2026 | hdgö
Die 1990er Jahre – Umbruch und Aufbruch aus der Perspektive widerständiger Akteur*innen
Dienstag, 16. Juni 2026, 18:00 Uhr | Haus der Geschichte Österreich (hgdö), Neue Burg, Heldenplatz, 1010 Wien

18:00 – 18:30 Uhr Keynote: Johanna Gehmacher, Historikerin, Universität Wien (angefragt): „Historischer Überblick zur politischen Situation in Österreich zwischen 1986 bis 1993“
18:30 – 19:00 Uhr Keynote: Hakan Gürses, Initiative Minderheiten: „50 Jahre Unruhe – eine sehr persönliche Geschichte der sozialen Bewegungen“
19:00 – 21:00 Uhr Podiumsdiskussion aus der Perspektive der Beteiligten: „Minderheitenrechte wurden nicht geschenkt – sie wurden erkämpft“
Mit: Anny Knapp, asylkoordination österreich | Mirjam Karoly, Romano Centro | Josef Haslinger, SOS-Mitmensch | Doron Rabinovici, Republikanischer Club | Ursula Hemetek, Initiative Minderheiten
Moderation: Vida Bakondy, Historikerin
Die Initiative Minderheiten und die Zeitschrift STIMME wurden 1991 in einer Phase tiefgreifender gesellschaftlicher und politischer Umbrüche gegründet. Ihr Ziel war es, minoritäre Allianzen zu bilden, um gemeinsam der zunehmenden Minderheitenfeindlichkeit entgegenzutreten.
Die österreichische Öffentlichkeit war von den Nachwirkungen des „Waldheimskandals“ (1986) und der Infragestellung der sogenannten Opferthese geprägt. Junge Aktivist*innen stellten das vorherrschende Geschichtsbild infrage und brachten die Erzählung der Zweiten Republik über die Zeit des Nationalsozialismus ins Wanken. Parallel dazu übernahm Jörg Haider die Führung der FPÖ und ebnete den Weg für den Aufstieg des Rechtspopulismus. Die politischen Umbrüche in Europa ab 1989 sowie der Jugoslawienkrieg führten zur verstärkten Migration und Fluchtbewegungen. Die zunehmend aggressiver geführten Diskussionen über Migration und Asylrecht gipfelten 1992/93 im rassistischen FPÖ-Volksbegehren „Österreich zuerst“.
Organisationen wie der Republikanische Club, die asylkoordination österreich, SOS-Mitmensch oder das Romano Centro, die als Reaktion darauf gegründet wurden, haben gemeinsam mit der Initiative Minderheiten den gesellschaftlichen Diskurs nachhaltig verändert und Zeichen der Solidarität mit minorisierten Gruppen gesetzt – unvergessen bleibt das Lichtermeer 1993.
Anlässlich 40 Jahre Waldheim-Affäre und 35 Jahre Initiative Minderheiten finden eine Veranstaltung und eine STIMME-Ausgabe zum Thema „Die 1990er Jahre – Umbruch und Aufbruch aus der Perspektive widerständiger Akteur*innen“ statt. Gemeinsam soll darüber nachgedacht werden, was wir aus den 1990er Jahren weitergeben wollen – an heutige und künftige Generationen, die aus der Vergangenheit lernen möchten.
In Kooperation mit dem Haus der Geschichte Österreich (hdgö)
Gefördert aus Mitteln des BMFWF – Abteilung Erwachsenenbildung


