Aktuelles ESF-Projekt: Peer-Mentoring

Im Projekt „Peer-Mentoring und Biografiearbeit (PEERMENT 2019-21) – Inklusive und interkulturelle Fördermaßnahmen für MigrantInnen und bildungsbenachteiligte Gruppen am Weg zu höherer Bildung“ werden Maßnahmen in den Bereichen Peer-Mentoring und Biografiearbeit angeboten. Im Fokus stehen dabei die Zielgruppen Personen mit Migrationshintergrund und von Marginalisierung bedrohte Gruppen. Um Bildungsungleichheiten abzubauen und den gleichen Zugang zum lebenslangen Lernen für diese Zielgruppen zu ermöglichen, werden Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, die die Durchlässigkeit zwischen den Bildungsebenen erhöhen und insbesondere den Übergang zum tertiären Bildungssektor erleichtern. Die Projektmaßnahmen sollen zu Wissens- und Motivationssteigerung, Höherqualifizierung und Förderung der bildungs- und fachsprachlichen Kompetenzen beitragen.

Zielgruppenbestimmung – An wen richten sich die Maßnahmen?

Die Maßnahmen richten sich an Personen mit Migrations- bzw. Fluchthintergrund und an ethnische Minderheitengruppen, die von Marginalisierung bedroht sind. Im Fokus stehen dabei „BildungsinländerInnen“, die ihre Studienberechtigung durch nichttraditionelle Zugänge (Brückenmodule bzw. BRP/SBP-Angebote) am zweiten Bildungsweg in Österreich erlangen, sowie „BildungsausländerInnen“ mit Migrations- bzw. Fluchthintergrund, deren im Ausland erworbene Schulabschlüsse und Studienberechtigungen einem Anerkennungsverfahren (z.B. Nostrifikation) unterliegen bzw. die an studienvorbereitenden Maßnahmen oder an Vorstudienlehrgängen an Hochschulen teilnehmen.

Projektgruppe – Wer führt das Projekt durch?

Der Projektleiter und Schlüsselkräfte arbeiten im Projekt PEERMENT mit einer Gruppe von etwa 15 MentorInnen zusammen. Diese MentorInnengruppe besteht aus Personen, die Migrations- bzw. Fluchthintergrund haben oder Minderheitenangehörige sind. Die Peer-MentorInnen haben selbst Erfahrungen im tertiären Bildungswesen, verfügen über unterschiedliches kulturelles Wissen und sprachliche Kompetenzen sowie Kenntnisse über verschiedene Bildungssysteme. Ihr Wissen und ihre Kompetenzen sollen der Förderung der Zielgruppen im Mentoringprozess dienen.

Projektmaßnahmen – An welchen Maßnahmen können Personen der Zielgruppen teilnehmen?

1. Interkulturelles Peer-Mentoring

Im Mentoring werden Personen mit Migrationshintergrund und Minderheitenangehörige, die einen Orientierungs-, Informations- und Beratungsbedarf haben, von Peers beim Übergang zur tertiären Bildung unterstützt. Das Peer-Mentoring Programm soll dazu beitragen, Studienentscheidungen und Weiterbildungsvorhaben abzuklären und zu festigen, institutionelle Hürden zu überwinden, erfolgreiche Studierstrategien zu entwickeln und die eigene berufliche sowie persönliche Entwicklung zu fördern.

Vorgehensweise:

Die Peer-MentorInnen vereinbaren in Abstimmung mit den Mentees individuelle Treffen, die über das Jahr verteilt stattfinden. In einem niederschwelligen Zugang arbeiten MentorInnen und Mentees gemeinsam daran, mögliche Bildungswege der Mentees auszuloten, ihre Stärken herauszuarbeiten und auftretende Barrieren zu überwinden. Aufgabe der MentorInnen ist es, gemeinsam mit den Mentees einen Plan zu entwickeln und zu dokumentieren, wie die jeweils angestrebten Bildungsvorhaben bestmöglich erreicht werden können. Umfang im gesamten Projektzeitraum 2019-21: 300 Mentoringtreffen

2. Biografiearbeit

Biografiearbeit stellt einen pädagogischen Ansatz dar, welcher auf eine Vielfalt von Methoden zurückgreift. Dabei werden die Lebensgeschichten von Menschen strukturiert aufgezeichnet und die Verarbeitung lebensgeschichtlicher Ereignisse gefördert. Durch biografische Interviews, Gespräche, Übungen und durch den Einsatz von persönlichen Materialien (wie z.B. Fotos, Tagebücher) unterstützt biografisches Arbeiten die Mentees bei der Bilanzierung des bisherigen und der Neudefinition des zukünftigen Lebensweges. Der Blick auf Lebensleistungen, Erfolge und Ressourcen, aber auch jener auf Lebensumbrüche und Momente des Scheiterns, kann helfen, die Identität zu festigen und Handlungspotenziale zu erkennen und zu erweitern.

Vorgehensweise:

Ausgewählte Personen aus der PEERMENT MentorInnengruppe, die selbst Migrations- bzw. Fluchthintergrund haben oder Minderheitenangehörige sind, werden gemeinsam mit dem Projektleiter und MitarbeiterInnen die biografischen Arbeiten mit Angehörigen der Zielgruppen in verschiedenen Konstellationen durchführen (Einzel-, Gruppen- und Paararbeit). Die Lebensgeschichten und die jeweiligen Bildungswege werden in mehreren Treffen mit den für die Biografiearbeit ausgewählten Personen genau erörtert. Dieser Prozess beinhaltet auch die Durchführung biografischer Interviews, die aufgezeichnet werden, sowie verschiedene aufeinander abgestimmte Übungen und den Einsatz von Materialien, die der biografischen Arbeit dienen (Fotodokumentation, grafische Darstellungen etc.).

Zentral in diesem Prozess ist auch das (auto-)biografische Schreiben. Es verfolgt das Ziel, dass Angehörige der Zielgruppen schreibend Zugang zu sich selbst finden, aber auch die eigene bildungssprachliche und fachsprachliche Kompetenz erweitern.

Umfang im gesamten Projektzeitraum 2019-21:

  • 140 Treffen der Peer-MentorInnen mit den TeilnehmerInnen
  • 8 Kleingruppentreffen (mit Peer-MentorInnen und TeilnehmerInnen)

Kontaktadresse:

Initiative Minderheiten, Gumpendorfer Straße 15/13, 1060 Wien 

Tel: 01/966 9001; E-Mail: office(at)@initiative.minderheiten.at

  • Projektleitung: Dr. Mikael Luciak; E-Mail: mikael.luciak(at)@univie.ac.at

Gefördert aus Mitteln des BMBWF und des ESF