Wanderausstellung: Was wir fordern! Minderheitenbewegungen in Österreich

„Was wir fordern!“ an ihrem ersten Standort in der Stadbibliothek Innsbruck (24.9. – 16.12.2021)

Derzeitiger Ausstellungsstandort:

SOWI – Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Universitätsstraße 15, 6020 Innsbruck

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Geschichte und zentrale Forderungen unterschiedlicher Minderheiten in Österreich. Autor*innen aus minoritären Gruppen – zumeist Aktivist*innen – werfen einen fokussierten Blick auf deren Geschichte und präsentieren wesentliche minderheiten – politische Forderungen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Aktivistische wie auch juristische oder parlamentarische Formen des Protests erweisen sich als untrennbar damit verbunden. Die Ausstellung macht sichtbar, welche Anstrengungen, welche Ausdauer und welche Allianzen notwendig waren, um gegen Diskriminierung und für gleiche Rechte einzutreten.

Die historischen Kämpfe für zweisprachige Ortstafeln und Schulen in Kärnten und im Burgenland oder die Anerkennung von Rom:nja und Sinti:zze als österreichische Volksgruppe sind ebenso Beispiele für Strategien und politische Kämpfe wie die Abschaffung des § 209 StGB (der Homosexualität kriminalisierte) oder die Verabschiedung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Die Initiative Minderheiten initiiert diese Wanderausstellung, um die Vielfalt minoritärer Bewegungen und die gesamtgesellschaftliche Bedeutung ihrer Forderungen sichtbar zu machen.

Jessica Beer und Carlos Toledo, Stadbibliothek Innsbruck, Alle Fotos: Alena Klinger


Headline-Fotos:

Bis in die 1990er-Jahre war der Aktionismus der LGBT-Bewegung auf die Abschaffung der strafrechtlichen Verfolgung gerichtet. Hier der Protest der HOSI Wien gegen § 209 StG auf der Regenbogenparade 1996. © HOSI Wien.
Beitrag: Andreas Brunner


Im Jahr 2012 initiierte der Musiker Harri Stojka die Aktion »Ich bin gegen das Wort Zigeuner!«, die sich gegen die Verwendung dieses beleidigenden und herabwürdigenden Begriffs gewendet hat. Unterstützt wurde die Aktion von zahlreichen Prominenten. Das Foto zeigt den Gründungstag dieser Kampagne mit der ersten Fotosession im Cafe Korb am 21. März 2012, dem „Internationalen Tag gegen Rassismus“. Foto: Reinhard Loidl. © Valerie und Harri Stojka.
Beitrag: Mirjam Karoly

Zur Eröffnungsfeier des Jahres der Behinderten im Jahr 1981 blockieren Behindertenrechts-Aktivist*innen für kurze Zeit den Eingang der Hofburg. Sie versuchten Bruno Kreisky ein Flugblatt zu überreichen. In der Folge gab es ein Gespräch mit dem damaligen Sozialminister Dallinger – ohne irgendein Ergebnis. Foto: Frimmel.
Beitrag: Petra Flieger und Volker Schönwiese

Demonstration: Black Movement Austria im Juli 2020. Rund 50.000 Menschen gingen in Wien auf die Straße, um anlässlich der Ermordung von George Floyd gegen Rassismus zu demonstrieren. © Vanessa Spanbauer.
Beitrag: Vanessa Spanbauer

Nach einer angekündigten Aktion slowenischer Aktivisten zur Aufstellung von zweisprachigen Ortstafeln Mitte der 1970er Jahre in St. Jakob im Rosental / Šentjakob v Rožu bewachten Gendarmeriebeamte die einsprachige. Foto: Franc Kattnig / Florijan Sablatschan © Narodni svet koroških Slovencev / Rat der Kärntner Slowenen.
Beitrag: Vladimir Wakounig

Anlässlich des Gedenkens zum Novemberprogrom 1938, wurden in Wien im Jahr 2018 an 24 Standorten permanente Lichtinstallationen errichtet © APA PictureDesk.
Beitrag: Eleonore Lappin-Eppel
Transparent für die Solidaritätsdemonstration am Schwedenplatz gegen die Einführung der Clause 28 in Großbritannien im Jahr 1988. Als Margaret Thatcher 1988 die Clause 28 einführte, mit der Rechte von Lesben und Schwulen in Großbritannien beschnitten wurden, kam es am 18. Juni 1988 zu einer spontanen Solidaritätskundgebung in Wien. Die Gesetzesänderung betraf viele Einschränkungen im Sozial- und Kulturleben und verhinderte Maßnahmen gegen Diskriminierung.
Quelle: STICHWORT. Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung (Wien).
Beitrag: Margit Hauser und Birge Krondorfer

Im Jahr 2012 protestierten somalische Flüchtlinge gegen Abschiebungen und für das Recht auf ein faires Asylverfahren. © asylkoordination österreich.
Beitrag: Herbert Langthaler

Als die von der österreichischen Bundesregierung im Jahr 2020 eingesetzte Dokumentationsstelle Politischer Islam die sogenannte Islam-Landkarte erstellt hat, anhand derer rund sechshundert muslimische Einrichtungen mit Adressen und Zusatzinformationen öffentlich gemacht wurden, forderte die Muslimische Jugend Österreich (MJÖ) eine sofortige Löschung derselben. In einem offenen Brief, der breite Unterstützung von namhaften Persönlichkeiten und Institutionen erfuhr, wurde u.a. dargelegt, unter welchem Sicherheitsrisiko Muslim*innen nun lebten.
Beitrag: Hager Abouwarda
Kundgebung im Jahr 1985 für zweisprachige Kindergärten und für die Umsetzung des Art. 7 des Österreichischen Staatsvertrags: „30 Jahre ist unsere Sprache nicht gleichberechtigt – Warum?“. Foto: Petar Tyran
Beitrag: Lydia Novak

Trans-Bewegung: Was wir für die Zukunft fordern!
Beitrag: Persson Perry Baumgartinger

Bereits Ende der 1980er-Jahre formierte sich in Vorarlberg – wo aufgrund der Textilindustrie viele Arbeitsmigrant*innen lebten – ein Wahlrechtskomitee rund um die Organisation ATIGIF (Föderation der Arbeiter und Jugendlichen aus der Türkei in Europa). Wahlurnen für symbolische Parallelwahlen wurden u.a. in Bregenz, vor den Bahnhöfen in Bludenz, Feldkirch und Dornbirn und in einigen größeren Betrieben aufgestellt, auch wenn diese Stimmen keine Rechtsgültigkeit hatten.
Beitrag: Ali Gedik


Ausstellungsteam:

Kuratorinnen: Jessica Beer und Cornelia Kogoj

Mit Beiträgen von: Hager Abouwarda, Persson Perry Baumgartinger, Andreas Brunner, Ali Gedik, Petra Flieger, Margit Hauser, Mirjam Karoly, Birge Krondorfer,  Herbert Langthaler, Eleonore Lappin-Eppel, Lydia Novak, Volker  Schönwiese, Vanessa Spanbauer und Vladimir Wakounig

Mit Statements von: Noomi Anyanwu, Heline Ahmad, Ara Badrtarkhanian, Isabel Frey, Lara Guttmann, Dunia Khalil, Elisabeth Magdlener und Samuel Mago

Korrektorat: Ela Maywald
Finanzen: Sabine Schwaighofer
Administration: Ebru Uzu
Display und Grafik Design: Toledo i Dertschei, Wien
Mobile Konstruktion: acpteam, Wien (Transporttaschen: Ann Muller, Wien)
Druck: Viennaprint, Wien

Die Ausstellung wurde gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Eine Ausstellung der Initiative Minderheiten


PROGRAMM IM RAHMEN DER ERSTEN AUSSTELLUNGSSTATION IN DER STADTBIBLIOTHEK INNSBRUCK 24.9. – 16.12.2021

Hier geht es zum Programm

Eröffung: 23.9.2021, DJ Yassi (Homoriental), Fotos: Alena Klinger
Ebru Uzun, Jessica Beer, Sabine Schwaighofer und Cornelia Kogoj
Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi
Integrationsstadträtin Elisabeth Mayr

Team Rahmenprogramm

Michael Haupt und Alena Klinger (Initiative Minderheiten Tirol), Jessica Beer und Cornelia Kogoj (Initiative Minderheiten Wien), Nicola Köfler (Abteilung für Stadtplanung, Stadtentwicklung und Integration der Stadt Innsbruck), Boris Schön (Stadtbibliothek Innsbruck)

Ein Veranstaltungsprogramm der Initiative Minderheiten Tirol und der Initiative Minderheiten Wien in Kooperation mit bidok, Stadtbibliothek Innsbruck und der Abteilung für Stadtplanung Stadtentwicklung und Integration der Stadt Innsbruck.

Die Veranstaltungen wurden gefördert von:
Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung Land Tirol Abteilung Kultur, Kulturamt der Stadt Innsbruck Abteilung für Stadtplanung, Stadtentwicklung und Integration der Stadt Innsbruck Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport

Font Resize