Symposium: Die manipulierte Öffentlichkeit | 16./17.10.2026 | Depot

Die manipulierte ÖffentlichkeitNetz-Radikalisierung als Bedrohung für Demokratie und Minderheiten

Freitag, 16. Oktober 2026 | 18:30 – 20:30 Uhr

Samstag, 17. Oktober 2026 |10:00 – 13:30 Uhr

Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien

Antisemitische, rassistische, antiziganistische, rechtsextreme, antimuslimische, frauen- und queerfeindliche Inhalte verbreiten sich im Netz mit enormer Eigendynamik und verstärken Hass und Gewaltbereitschaft gegen Minderheiten. 68 Prozent der im Jahr 2024 von der Antisemitismus-Meldestelle der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien dokumentierten antisemitischen Vorfälle fielen in den digitalen Raum. Laut dem aktuellen Rechtsextremismusbericht des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes (DÖW) wurde im selben Jahr ein Viertel der rechtsextremistischen Delikte (nach dem Verbotsgesetz) im Internet begangen. Der Bericht warnt, dass die zunehmende Gewaltorientierung, Militarisierung und erfolgreiche Nachwuchsrekrutierung die neonazistische Bedrohungslage verschärfen – insbesondere für sichtbare Minderheiten wie People of Colour und queere Personen.

Auch wenn Fake News kein neues Phänomen sind, werden sie heute vorsätzlich mit politischer Agenda verbreitet und treiben die Polarisierung voran. Durch KI-gestützte Bild- und Videogenerierung bekommen sie in Form von sogenannten „Deepfakes“ eine neue, Qualität („Seeing is believing“). Zusätzliche Gefahren liegen in der niederschwelligen, ungefilterten Verbreitung im Netz. Zudem greifen Algorithmen in Kommunikationsprozesse ein, indem sie bestimmte Themen gewichten, extremistische Akteur*innen legitimieren und zugunsten homogener „Echokammern“ den demokratischen Meinungspluralismus ausblenden. Wer sich hier seine politische Meinung bildet, verliert den Bezug zu Gegenpositionen.

In diesem zweitägigen Symposium werden diese brennenden Themen von Expert*innen aus Wissenschaft, Journalismus, Erwachsenenbildung, zivilgesellschaftlichen Akteur*innen und Minderheitenmedien diskutiert.


Anmeldung: office@initiative.minderheiten.at


PROGRAMM:

Freitag, 16. Oktober 2026 | 18:30 – 20:30 Uhr

18:30 – 19:00 Uhr

Begrüßung:

Depot Team

Cornelia Kogoj | Initiative Minderheiten

Keynote: Beate Hausbichler | Der Standard

Auf Kosten von Minderheiten: Wie die Aufmerksamkeitsökonomie Hass schürt – und wie wir digitale Räume resilient machen“

19:00 – 20:30 Uhr

Panel 1: „Desinformation, Algorithmen und KI“

Mit:

Eva Wackenreuther | ORF defacto

Hannah Metzler | Psychologin und Neurowissenschafterin

Viktoria Kirner | die_chefredaktion

Beate Hausbichler | Der Standard

Moderation: Gerd Valchars, Politikwissenschafter

Samstag, 17. Oktober 2026 |10:00 – 13:30 Uhr

10:00 – 11:30 Uhr

Panel 2: „Minderheiten im Fokus – Dynamiken digitaler Hasskommunikation“

Mit:

Anastasia Lopez | Multimedia-Journalistin, Mitbegründerin von BAIT – dem ersten deutschsprachigen TikTok-Faktencheck-Kanal

Bianca Kämpf | Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes – DÖW

Santino Stojka | Hochschüler*innen Österreichischer Roma und Romnja – HÖR

Moderation: Jessica Beer, Verlagslektorin und Obmann-Stellvertreterin der Initiative Minderheiten

11:30 – 12:00 Uhr Pause

12:00 – 13:30 Uhr

Panel 3: „Gegenstrategien und demokratische Resilienz“

Eşim Karakuyu | Kollektiv Digital Storytelling von Unten

Fiona Steinert | Radio Orange 94.0

Stefanie Mayer | Institut für Konfliktforschung

Moderation: Stefan Vater, Erwachsenenbildner, Verband österreichischer Volkshochschulen


Programm.pdf


Eine Veranstaltung der Initiative Minderheiten in Kooperation mit Depot – Kunst und Diskussion 

Gefördert aus Mitteln des BMFWF – Abt. Erwachsenenbildung und der Österreichischen Gesellschaft für politische Bildung (ÖGPB)