Workshops für Erwachsenenbildner*innen 15. | 22. | 23. 06. 2026
Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Volksgruppengesetzes, das neben dem Art. 7 des Staatsvertrags von 1955 bis heute die zentrale rechtliche Grundlage für die österreichische Volksgruppenpolitik bildet, werden von der Initiative Minderheiten drei Workshops angeboten, die von jungen Minderheitenangehörigen gestaltet werden. Ausgehend von aktuellen Fragestellungen vermitteln sie historisches Wissen über die jeweilige Volksgruppe. Die Workshops finden im Rahmen der Ausstellung „Was wir fordern! Minderheitenbewegungen in Österreich” in der Gebietsbetreuung im 10. Bezirk statt.
Mo, 15.06.2026 | 17.00 – 19.30 Uhr
„Warum ist der Peršmanhof ein so wichtiger Ort für die Kärntner Slowen*innen?“

Am 27. Juli 2025 stürmten teils schwer bewaffnete Polizisten ein antifaschistisches Jugendcamp am Peršmanhof in Kärnten/Koroška. Ein Ort, an dem knapp vor Kriegsende, am 25. April 1945, der Bergbauernhof der Familie Sadovnik zum Schauplatz eines der letzten nationalsozialistischen Kriegsverbrechen an der kärntner-slowenischen Zivilbevölkerung wurde. Das SS-Polizeiregiment 13 ermordete damals vier Erwachsene und sieben Kinder. Heute ist der Peršmanhof ein zentraler Erinnerungsort für die slowenische Minderheit. Ausgehend von den aktuellen Ereignissen vermittelt der Workshop die Geschichte sowie die Kämpfe um Minderheitenrechte der Kärntner Slowen*innen.
Workshopleitung: David Ressmann
David Ressmann studiert u.a. Geschichte und politische Bildung an der Universität Wien. Er ist Kulturvermittler im Haus der Geschichte Österreich und forscht am Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien zur Geschichte der Kärntner Slowen:innen. Seit 2024 im Vorstand vom Verein/Društvo Peršman, zudem aktiv im Verband der zwangsweise Ausgesiedelten Sloweninnen und Slowenen sowie im Klub der slowenischen Student*innen in Wien (KSŠŠD).
Mo, 22.06.2026 | 17.00 – 19.30 Uhr
„Warum werden im Burgenland zweisprachige Ortstafeln beschmiert?“

© APA/Privat
Anfang März 2026 wurden in den burgenländischen Gemeinden Steinbrunn/Štikapron und Hornstein/Vorištan zweisprachige Ortstafeln beschmiert. Auf den Ortstafeln wurde jeweils der kroatische Ortsname mit schwarzer Farbe durchgestrichen. Laut Art. 7 des Staatsvertrages von 1955 müssen unter anderem neben einem zweisprachigen Schulunterricht und die Verwendung der kroatischen Sprache vor Ämtern das Recht auf zweisprachige topographische Bezeichnungen und Aufschriften gewährleistet sein. Trotz dieser gesetzlich verankerten Rechte, wurden diese lange Zeit nur minimal oder gar nicht erfüllt. In diesem Workshop werden die Kämpfe zur Umsetzung des Art. 7, sowie die Geschichte der kroatischen Volksgruppe thematisiert.
Workshopleitung: Vera Buranits
Vera Buranits ist Vorstandsmitglied im Hrvatski akademski klub / Kroatischer Akademiker*innenklub – HAK
Di, 23.06.2026 | 17.00 – 19.30 Uhr
„Warum gibt es kein zentrales Denkmal für die im Porajmos ermordeten Rom*nja und Sint*izze?“

Foto: Renata Erich, © Romano Centro
Der Workshop widmet sich der historischen und gegenwärtigen Situation von Rom*nja und Sint*izze mit besonderem Fokus auf die Verfolgungsgeschichte während der NS-Zeit und die darauffolgende, bis heute unzureichende gesellschaftliche Aufarbeitung, insbesondere in Österreich und mit Blick auf die Denkmalkultur. Ausgangspunkt ist die Thematisierung des Porajmos, bei der über eine halbe Million Rom*nja ermordet wurden. Nach einer kurzen Begriffserklärung sowie einer Einführung in die Geschichte der Romn*ja und des Antiziganismus, werden die Ereignisse des Porajmos geschichtlich eingeordnet. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt in der Diskussion um das zentrale Denkmal für Rom*nja und Sint*izze in Österreich – eine langjährige Forderung der Community, die bis jetzt wenig erfolgreich umgesetzt wurde.
Workshopleitung: Martha Darvas
Martha Darvas ist Rom*nja-Aktivistin und im Vorstand der HÖR – Hochschüler*innenschaft Österreichischer Roma und Romnja. Sie studiert Wirtschaftsrecht im Master und arbeitet in der Unternehmensberatung.
ORT: GB*Stadtteilbüro, Quellenstraße 149, 1100 Wien
Zielgruppe: Der barrierefreie und kostenlose Workshop richtet sich an Erwachsenenbildner*innen und anderen interessierten Personen
Anmeldung: kogoj@initiative.minderheiten.at
In Kooperation mit der Gebietsbetreuung – Stadterneuerung
Gefördert von: BMFWF – Abt. Erwachsenenbildung


