Minderheitenbewegungen im 20. und 21. Jh.

Gerade in Zeiten, in denen in vielen europäischen Parlamenten rechtsextreme Parteien Einzug gehalten haben, ist die Auseinandersetzung mit der Geschichte emanzipatorischer Kämpfe gegen staatliche Repressionen und für Minderheitenrechte von großer Relevanz. Die historischen Kämpfe für zweisprachige Ortstafeln und Schulen in Kärnten, für die Anerkennung von Roma und Sinti als österreichische Volksgruppe, die Abschaffung des § 209, die Verabschiedung der UN-Behindertenrechtskonvention, für die Einführung eines „humanitären Bleiberechts“ oder für ein Betriebswahlrecht für Drittstaatsangehörige sind daher nicht getrennt zu betrachten, sondern müssen in einen gemeinsamen demokratiepolitischen Kontext gestellt werden. Denn ein wichtiges Merkmal von parlamentarischen Demokratien besteht darin, dass nicht nur nach dem Mehrheitsprinzip entschieden wird, sondern dass Minderheitenrechte im Rahmen von verfassungsrechtlichen Grundlagen geschützt sind.

Die slowenische Bezeichnung „Občinski urad“ am Gemeindeamt von Globasnitz/Globasnica.
© Familie/Družina Kogoj, privat

Die Initiative Minderheiten hat daher das Projekt „Was wir fordern!“ – Minderheitenbewegungen im 20. und 21. Jahrhundert initiiert, das nach wesentlichen Forderungen der verschiedenen Minderheitengruppen fragt und unterschiedliche, vornehmlich aktivistische Formen des Protests untersucht. Wo liegen die Ähnlichkeiten und wo die Unterschiede? Welche Impulse und Einflüsse gab es von außerhalb Österreichs, die direkt oder indirekt in Organisationsformen eingeflossen sind? Wo gibt es Überschneidungen und Allianzen? Und vor allem: Welche Forderungen wurden umgesetzt und welche sind noch offen?

Wir haben sieben Expert_innen gebeten, für unsere im Jahr 2019 neu gestaltete Website Grundlagentexte zur Geschichte dieser Protestkulturen zu verfassen. Viele von ihnen waren dabei und haben diese Geschichte als Aktivist_innen mitgeschrieben. Im Rahmen von „Was wir fordern!“ ist eine Fortsetzung mit weiteren Akteur_innen geplant, die einen Blick auf die jüngere Geschichte werfen werden.

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